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Eine richtig stolze Ur-Ur-Großmutter

Fünf Generationen, bestehend aus vier netten Frauen und einem süßen Baby: Ur-Ur-Oma Gerda (re.), Ur-Oma Karola (hi.li.), Mama Jennifer mit dem kleinen Tjadrik und Oma Claudia (2.v.re.)
jd. Harsefeld. Auch im Zeitalter der superfitten Senioren ist das eher ungewöhnlich: Eine Familie mit fünf Generationen. Kürzlich berichtete das WOCHENBLATT über eine Buchholzer Familie, bei der anlässlich der Taufe des jüngsten Sprosses vier Generationen zusammenkamen. "Das können wir toppen", meldete sich daraufhin Claudia Wegener. In ihrer Familie sitzen seit Kurzem fünf Generationen an einem Tisch, wenn gefeiert wird. Dabei ist Ur-Ur-Oma Gerda Lewicki mit ihren 79 Lenzen fast noch ein junger Feger. Stolz streicht sie Stammhalter Tjadrik (3 Monate) über den Kopf. "Det ist doch een süßer Kleener, wa?", verkündet die fitte Seniorin in bestem Berlinerisch. Sie hat sich viel vorgenommen: Ihr größter Wunsch ist es, 100 Jahre alt zu werden und womöglich noch einen Ur-Ur-Ur-Enkel in den Armen zu halten.

Die Menschen werden immer älter, doch das kommt immer noch selten vor: eine Familie mit fünf Generationen. "Wir Frauen haben eben alle zeitig mit dem Kinderkriegen angefangen", schmunzelt Claudia Wegener. Die Kita-Leiterin aus Harsefeld ist Tjadriks Oma und damit die Mittlere in der Reihe. Gerda Lewicki (79) brachte ihre Tochter Karola Miesterfeld (61) mit 18 Jahren zur Welt. Diese wiederum war sogar noch ein Jahr jünger, als Claudia Wegener (44) geboren wurde. Mit 21 war es dann bei ihr soweit: Sie gebar Tochter Jennifer Wegener (23), die Mama des kleinen Tjadrik. Dabei gibt es eine bemerkenswerte "Familientradition": Alle vier Frauen waren unverheiratet, als sie Mütter wurden.

Ein uneheliches Kind: In dem bundesrepublikanischen Mief der fünfziger Jahre wäre das ein kleiner Skandal gewesen. Doch Gerda Lewicki winkt ab: In der damaligen DDR sei sie als ledige Mutter von niemandem schief angesehen worden. Als Claudia Wegener auf die Welt kam, sei die Kinderbetreuung ohnehin kein Problem mehr gewesen. Da habe es in der DDR längst Krippen gegeben, so Wegener. "Das war eine nützliche Einrichtung", meint die gelernte Erzieherin. Der im Vorjahr bundesweit eingeführte Anspruch auf einen Krippenplatz ist nach ihrer Ansicht längst überfällig gewesen.

Gerda Lewicki interessiert sich weniger für das Thema Krippen. Sie ist glücklich, ein paar Stunden mit ihrem ersten Ur-Ur-Enkel verbringen zu dürfen. Das Versprechen, sie beizeiten zur Ur-Ur-Großmutter zu machen, hatte Ur-Enkelin Jennifer ihr bereits als Schülerin gegeben. "Kleine Kinder sind für mich wie ein Jungbrunnen", erklärt Gerda Lewicki: "Wenn ich mich um sie kümmere, habe ich keine Zeit, alt zu werden."