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Ist der Feldweg-Zoff in Harsefeld beendet?

Die Karte zeigt, wo der bisherige, jetzt gesperrte Weg entlangführt und wie die Alternativroute durch das Naturschutzgebiet verlaufen soll

jd. Harsefeld. Kompromiss nach Dauer-Zwist: Gemeinde und Grundeigentümer unterzeichneten Pachtvertrag.

Ist der Harsefelder Feldweg-Streit damit beigelegt? In dem Konflikt um einen gesperrten Weg im Ortsteil Ruschwedel (das WOCHENBLATT berichtete mehrfach) einigten sich Gemeinde und Grundbesitzer auf einen Kompromiss: Die östliche Hälfte des knapp 1.000 Meter langen Weges darf weiterhin öffentlich genutzt werden, während Wanderern das Betreten der westlichen Hälfte endgültig verwehrt bleibt.

Diesen Abschnitt hatten die Eigentümer bereits vor einem Jahr mit Stacheldraht und einem Erdwall abgeriegelt. Nach langwierigen Verhandlungen unterzeichnete Harsefelds Gemeindedirektor Rainer Schlichtmann vor zwei Wochen einen Pachtvertrag für das östliche Wegestück. Zusätzlich wird ein Weg im benachbarten Landesforst befestigt - als Alternativroute für die gesperrte Strecke.

Bereits Mitte Juni war der Feldweg Thema im Rat. Die Grünen fragten nach dem Stand der Dinge. Doch Rathauschef Schlichtmann bat die Presse um Zurückhaltung: "Solange die Eigentümer den Vertrag nicht unterzeichnet haben, ist eine Berichterstattung wenig förderlich." Der Umgang mit Peer und Birgit S. - dem Unternehmerehepaar gehört der Weg - sei schließlich alles andere als unkompliziert.

In dieser Woche hat das Ehepaar S. die Vereinbarung unterschrieben und Schlichtmann nennt jetzt Details: Die Gemeinde müsse keinen Pachtzins entrichten. Sie verpflichte sich im Gegenzug, für die Instandhaltung des Weges aufzukommen und dafür zu sorgen, dass nur Fußgänger und Radfahrer die Strecke nutzen. Bei Verstößen sei das Ehepaar S. berechtigt, den Vertrag fristlos zu kündigen.

Über den Verlauf des neuen anzulegenden Wegstrecke quer durch den Wald gibt es laut Schlichtmann bereits Absprachen mit dem Forstamt. Die Strecke werde gemeinsam von der Gemeinde und den Landesforsten hergerichtet. Allerdings müsse die Naturschutzbehörde noch dem Vorhaben zustimmen, da dieser Weg dann mitten durch eine Schutzzone führen werde. "Mit Rücksicht auf die Tierwelt darf mit den Arbeiten ohnehin erst im Oktober losgelegt werden", erklärt Schlichtmann.

Nach seiner Ansicht gibt es zum jetzigen Kompromiss keine sinnvolle Alternative: Die Forderung von Ruschwedeler Bürgern, den gesamten Weg wieder zu öffnen, halte er für nicht durchsetzbar, so Schlichtmann. Wie berichtet, befasste sich sogar der Landtag mit dem Thema, nachdem ein Dorfbewohner eine Petition eingerichtet hatte. Demnach sollte die Gemeinde prüfen, ob eine öffentliche Widmung des Weges bestehe. "Wären wir dieser Rechtsauffassung gefolgt, hätten wir wahrscheinlich jahrelang gegen die Eigentümer prozessieren müssen", meint Schlichtmann.