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Grüne Wut auf Harsefelder Rathauschef: Politiker der Grünen wirft Gemeindedirektor Rainer Schlichtmann "Verweigerungshaltung" vor

Wie sicher sind Radfahrer in Harsefeld unterwegs? Die Grünen sehen hier Handlungsbedarf (Foto: jd)
jd. Harsefeld. "Bis heute herrscht auf den Straßen Harsefelds Chaos" - dieses Negativ-Fazit zieht der grüne Ratspolitiker Ralf Poppe in Hinblick auf die Situation der Radfahrer im Flecken. Nach seiner Ansicht wird für die Radler im Ort viel zu wenig getan: Forderungen der Grünen nach einem ganzheitlichen Radverkehrskonzept seien von der Verwaltung und den anderen Fraktionen vom Tisch gewischt worden.

"Die Radverkehrsführung in Harsefeld ist offenbar nur Beiwerk zu den Verkehrsplanungen", kritisiert der grüne Fraktionschef. Dem Rathauschef Rainer Schlichtmann (parteilos) wirft er zudem eine "Verweigerungshaltung" vor, weil dieser Ergebnisse einer "Fahrradbereisung" durch Ratsmitglieder nicht öffentlich diskutieren will.

Im September hatten sich einige Ratsmitglieder mitsamt Bürgern sowie der zuständigen Sachbearbeiterin aus dem Rathaus auf eine kleine Radtour durch den Ort begeben. Angesteuert wurden alle aus Sicht der Verkehrsplanung "neuralgischen Punkte" im Ort sowie diejenigen Stellen, bei denen bereits seit längerem Probleme bekannt sind. Die "Knackpunkte" wurden erfasst und die Ergebnisse schriftlich festgehalten - zum Teil ergänzt um Lösungsvorschläge. Doch dieses Papier kam nur als interner Vermerk in Umlauf, ebenso wie die Anmerkungen, die Schlichtmann dazu angefertigt hat.

Die Grünen hatten kürzlich beantragt, die Erkenntnisse dieser "Ratsradtour" auf der jüngsten Bauausschuss-Sitzung öffentlich zu beraten und die Vermerke für jedermann zugänglich ins Ratsinformationssystem zu stellen.

Dieses Ansinnen lehnte Schlichtmann ab - mit dem Hinweis, dass es sich um hausinterne Unterlagen handele. Zudem sei es nicht üblich, dass zu Anträgen der Fraktionen umfangreiche Sitzungsvorlagen erstellt werden, so der Rathauschef. "Stellungnahmen der Verwaltung und Beschlussvorschläge werden erst abgegeben, wenn das Thema hier im Haus detalliert durchgecheckt wurde", erklärt Schlichtmann.

Offenbar hat die kritische Berichterstattung des WOCHENBLATT zur nach wie nach vor unbefriedigenden Verkehrssituation in der Marktstraße ein wenig Bewegung in die Sache gebracht: Für die angemahnte Verkleinerung des "Engpasses" gegenüber dem Schuhgeschäft soll der nicht-öffentliche tagende Verwaltungsausschuss Bauaufträge erteilt haben. Außerdem soll die Marktstraße noch im Sommer mit Fahrrad-Piktogrammen versehen werden.

In anderen Bereichen, wo vor allem die Autofahrer betroffen sind, zeichnen sich hingegen keine Lösungen ab: Dazu zählt die Linksabbiege-Möglichkeit von der Friedrich-Huth-Straße in die Kleine Gartenstraße. Obwohl sich der Verkehr dort regelmäßig staut, weil Autos abbiegen wollen, sieht die Verwaltung keinen Handlungsbedarf. Auch die lästigen Ampelphasen an der Einmündung der Umgehungsstraße in die L124 sowie am Bahnübergang, die oft zu unverhältnismäßig langen Wartezeiten führen, werden weiter schicksalshaft hingekommen. Kommentar der Verwaltung: "Fachleute halten die jetzige Regelung für angemessen."