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"Ich werde kein Zählkandidat sein"

Robert Crumbach erläuterte in Harsefeld seine Positionen
jd. Harsefeld. Roesberg-Konkurrent Robert Crumbach (SPD) wirbt bei den Kreis-Grünen um Unterstützung. Er ist bei der am 25. Mai stattfindenden Landrats-Wahl der bislang einzige Gegenkandidat des Amtsinhabers Michael Roesberg: SPD-Mitglied Robert Crumbach (51) wurde von den Genossen im November als Bewerber um das Landrats-Amt aus dem Hut gezaubert. Der Arbeitsrichter aus Potsdam hatte bisher keinerlei Berührungspunkte mit der Region zwischen Este und Oste. Auch die Grünen waren völlig überrascht von der Kandidatur Crumbachs. Jetzt luden sie den SPD-Mann zu ihrer Kreismitgliederversammlung ein. Dort stellte er seine Positionen zu wichtigen Kreis-Themen vor. Ob die Grünen zur Wahl Crumbachs aufrufen, bleibt allerdings weiter offen.

"Ich werde kein Zählkandidat sein, ich kann und werde gewinnen", machte Crumbach gleich zu Beginn deutlich. In den Landkreis Stade ziehe es ihn "der Liebe wegen": Seine Frau arbeite an einer Hamburger Hochschule und nun sei ein gemeinsamer Wohnsitz an der Elbe geplant. Der Jurist ist davon überzeugt, im Kreis neue Impulse setzen zu können. Ein wichtiges Thema sei die Reform der Kreisverwaltung. Crumbach fordert größere Bürgernähe und mehr Transparenz.

"Mein Ziel ist eine service-orientierte und leistungsfähige Verwaltung", erklärt der Landrats-Kandidat. Dieses Ziel sei auf dreierlei Weise zu erreichen: Erstens müsse die einheitliche Behördenrufnummer 115 installiert werden. Zweitens sei das Internet-Portal des Kreise so zu überarbeiten, dass dort sämtliche Formulare abgerufen werden können und die Bürger in die Lage versetzt werden, jederzeit online den Stand seiner Anträge abzurufen. Und drittens sollen in den Rathäusern Landkreis-Dienstleistungen angeboten werden, um den Bürgern den Weg nach Stade zu ersparen.

Heftige Kritik übt Crumbach an der derzeitigen Praxis des Landkreises, Sitzungsvorlagen und Anträge für den Kreistag sowie dessen Ausschüsse erst sehr spät oder gar nicht ins Internet zu stellen: "Derzeit steht nicht viel an politischen Informationen online", bemängelt der SPD-Mann. Eine aktive Bürger-Beteligung sehe anders aus. Auch bei wichtigen Kernaufgaben wie Bildung und Gesundheit könne der Landkreis wesentlich mehr leisten als bisher, so Crumbach. Zudem halte er es für ein Unding, dass der Landkreis nicht gegen die Tarifflucht bei den Elbe-Kliniken vorgeht. Schließlich sitze der Kreis dort im Aufsichtsrat.
Ebenfalls in Visier nahm Crumbach den zum Teil sehr restriktiven Umgang des Kreis-Ausländerbehörde mit Asylbewerbern: "Ich bin mit der derzeitigen Asylpolitik des Landkreises in keinster Weise einverstanden:" Es müsse eine Willkommenskultur etabliert werden, die auch Flüchtlinge einbezieht.

Mit den Kreis-Grünen geht er konform, dass der Ausbau der regenerativen Energien schneller vorangetrieben werden soll: Dass der Landkreis lediglich drei Prozent seiner Fläche für Windparks ausweist, ist nach Crumbachs Ansicht "ein schlechter Witz". Es seien wesentlich mehr Flächen für die Aufstellung von Windrädern geeignet. Beim Thema Kohlekraftwerk in Bützfleth machte Crumbach den Zuhörern wenig Hoffnung: Dessen Bau werde wohl nicht mehr verhindert werden können. Doch er stellte klar: "Ich bin kein Freund dieser Kohlekraftwerke."

• Ob Crumbachs Aufritt reicht, die Grünen für eine Unterstützung seiner Kandidatur zu gewinnen, ist noch offen. Laut Kreissprecher Ralf Poppe will sich die Öko-Partei erst in den kommenden Wochen festlegen.