Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

"Kein Interesse an Sperrung"

Ortstermin am Trampelpfad: Die Nutzer freuen sich, dass der Weg künftig wieder offen steht
jd. Harsefeld. Landkreis will künftig das Betreten des umstrittenen Trampelpfades in Harsefeld zulassen.Ist der Harsefelder Trampelpfad-Streit damit beigelegt? Der Landkreis Stade hat im monatelangen Zoff zwischen Anwohnern und Nutzern des umstrittenen Pfades entlang der Ortsumgehung jetzt eindeutig Position bezogen. "Gegen eine Nutzung der Verbindung auf eigene Gefahr spricht aus Sicht der Kreisverwaltung nichts", heißt es in der Stellungnahme auf eine Anfrage des Grünen-Politikers Ralf Poppe. Dieser hatte sich als Vermittler angeboten, um eine weitere Eskalation des Konfliktes um den kreiseigenen Grünstreifen zu vermeiden. Wie berichtet, hatten sich SPD, CDU und Freie Wähler in Harsefeld dafür ausgesprochen, das Gelände abzusperren, um ein weiteres Betreten zu verhindern.

Die einseitige Entscheidung der drei Fraktionen zugunsten der etwa acht unmittelbaren Trampelpfad-Anlieger brachte viele Bürger aus der Gegend auf die Palme. Denn nicht wenige waren auf dem Pfad zum Joggen, Walken oder Gassigehen unterwegs, bis der Landkreis auf Bitten der Gemeinde den Zugang mit einem Tor versperrte. Auch Thomas Gilz ging dort gern spazieren. "Die Politiker entschieden sich zugunsten Einzelner gegen die Allgemeinheit", ärgert er sich: "Den Zugang zu öffentlichem Grund mit einem unüberwindbaren Zaun zu blockieren, ist sehr seltsam."

Nun sollen Zaun und Tor verschwinden: Kreissprecher Christian Schmidt kündigte an, beides abzubauen: "Eine Absperrung wird künftig nicht mehr erfolgen. Der Landkreis hat kein Interesse an einer Sperrung." Sich vor den Blicken von Passanten, die das öffentliche Gelände nutzen, etwa durch Zäune oder Hecken zu schützen, sei wie andernorts Sache der Anlieger selbst, so Schmidt.

Die rechtliche Situation ist für Poppe nach dieser Klarstellung durch den Landkreis eindeutig: "Der Eigentümer lässt ein unbeschränktes Betreten des Trampelpfades zu." Einige Nutzer, die sich am Wochenende vor Ort trafen, um sich von Poppe über die neue Ausgangslage informieren zu lassen, hoffen nun, dass sie wieder unbehelligt und in aller Ruhe den Trampelpfad entlanggehen können. "Meine Frau und ich haben schon Umwege in Kauf genommen, weil wir keine Lust mehr hatten, dauernd angepöbelt zu werden", berichtet Andreas Fütterer während des Ortstermins. Besonders ein bestimmter Anlieger habe sich durch ordinäre Beschimpfungen hervorgetan.

Die neue Sachlage dürfte mittlerweile auch allen Anliegern bekannt sein: Poppe verteilte inzwischen ein Infoblatt, auf dem die Stellungnahme des Landkreises abgedruckt ist. In dem Schreiben bittet er die Eigentümer der direkt an den Trampelpfad angrenzenden Grundstücke um Einsicht: "Eine Eskalation ist solange nicht ausgeschlossen, wie Sie glauben, Passanten zu Recht maßregeln zu können." Mit seiner Info möchte er die Anlieger davor bewahren, "sich ins Unrecht zu setzen."

Erklärung des Landkreises Stade


"Der Landkreis Stade nimmt zum ... Thema wie folgt Stellung:

Der Landkreis begrüßt jede Bemühung vor Ort, den Streit um die Nutzung des Grünstreifens am Lärmschutzwall der K 26 n zu schlichten.
Der Landkreis Stade als Eigentümer nutzt den Weg als „Betriebsweg“ zur Pflege des Lärmschutzwalls. Eine Absperrung wird künftig nicht mehr erfolgen. Der Landkreis hat kein Interesse an einer Sperrung. Im Gegenteil: Die Zerstörung der vorübergehenden Absperrung hat nur Kosten verursacht.
Gegen eine Nutzung der Verbindung „auf eigene Gefahr“ spricht aus Sicht der Kreisverwaltung nichts. Eine entsprechende Beschilderung ist vorgesehen.
Der Flecken Harsefeld ist entsprechend vom Landkreis Stade informiert.
Ein "Schutz" der Anlieger vor Passanten, die das öffentliche Gelände nutzen, ist wie auch andernorts Sache der Anlieger selbst (Zäune, Hecke)."

Pressesprecher Christian Schmidt