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Radler in Harsefeld haben ab sofort die freie Wahl

Dieses Schild bedeutet, dass Radler die Fahrbahn benutzen dürfen, aber nicht müssen
jd. Harsefeld. Auf den meisten Straßen im Ort wird die Pflicht zur Benutzung der Radwege aufgehoben. Einen Etappensieg können die Harsefelder Grünen verbuchen: Ihre Forderung, im Geestflecken die Pflicht für Radler zur Benutzung des Radweges aufzuheben, wird endlich umgesetzt - zumindest teilweise. Auf nahezu allen innerörtlichen gemeindeeigenen Straßen gilt ab sofort folgende Regelung: Man darf mit dem Drahtesel auf der Fahrbahn unterwegs sein, muss es aber nicht. Wer sich zwischen den Autos unsicher fühlt, kann weiter auf dem ehemaligen Radweg fahren. Dort muss aber Rücksicht auf die Fußgänger genommen werden, denn die bisherigen Radwege gelten nun als Gehwege, auf denen Radfahrer nur geduldet werden. Ausgenommen sind die Kreis- und Landesstraßen.

Das Aus für die Radwege-Benutzungspflicht ist längst überfällig: Bereits vor drei Jahren fasste der Bauausschuss auf Antrag der Grünen einen entsprechenden Beschluss. Grundlage ist ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Jahr 2010. Danach dürfen Radler nur dann zum Befahren eines Radweges verdonnert werden, wenn das aufgrund einer besonderen Gefährdungslage erforderlich ist. Das wäre beispielsweise bei einer unübersichtlichen oder stark frequentierten Strecke der Fall. Doch die Harsefelder Politiker waren sich einig, dass es in ihrem Ort solche gefährlichen Strecken nicht gibt.

Doch der Beschluss lag zunächst rund zwei Jahre auf Eis. Grund ist die zögerliche Haltung des Landkreises: Der musste als Straßenverkehrsbehörde die Umwandlung der Nutzungspflicht für Radwege in ein Nutzungsrecht absegnen. Wegen grundsätzlicher Bedenken wurde das Harsefelder Ansinnen abgeblockt. Eine generelle Aufhebung der Pflicht, auf dem Radweg zu fahren, erscheine nicht sinnvoll, hieß es aus dem Kreishaus.

Mittlerweile hat Harsefeld den Status einer selbstständigen Gemeinde und ist damit auch für den Straßenverkehr zuständig. Nachdem die Grünen im vergangenen Jahr die Umsetzung des Gerichtsurteils noch einmal anmahnten, wurden endlich die neuen Verkehrsschilder bestellt. Inzwischen hat der Bauhof alle Schilder durchgetauscht: Entlang der Gemeindestraßen prangen nun die Verkehrszeichen mit den weißen Fußgängern auf blauem Grund, ergänzt durch die Hinweistafel "Radfahrer frei". Betroffen sind folgende Harsefelder Straßen: Gierenberg, Im Sande, Große Gartenstraße, Steinfeldstraße sowie die Buxtehuder Straße zwischen den Kreiseln Schulstraße und "Im Sande".

Solange sich der Landkreis nicht zu einer einheitlichen, kreisweiten Regelung durchringen kann, bleiben die durch Harsefeld führenden Kreis- und Landesstraßen allerdings ausgeklammert. Somit sind die Fahrbahnen in der Friedrich-Huth-Straße sowie in der Herrenstraße weiterhin für Radler tabu. Kein Problem gibt es bei der Ortsumgehung: Diese hat der Landkreis als Bauherr gar nicht erst mit einem Radweg versehen.

Weitere Hintergrundinfos zu diesem Thema gibt es hier: Fahrbahn frei für Radfahrer