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Jesteburgs Festhalle: Jetzt kommt sie weg! - „Famila“ übernimmt Kosten für den Abriss

Soll jetzt abgerissen werden: Jesteburgs Festhalle
mum. Jesteburg. Haben die letzten Stunden der Jesteburger Festhalle geschlagen? Es sieht danach aus. Bauamtschef Thomas Burmester hat auf WOCHENBLATT-Nachfrage bestätigt, dass die Halle am Ortsausgang in Richtung Asendorf im kommenden Jahr abgerissen werden soll. „Wir haben den Stromanschluss zum 15. Dezember gekündigt“, so Burmester. Zudem hätten die Schützen als ehemalige Nutzer der Festhalle eine Frist erhalten, dort ihr Eigentum auszuräumen.
Die Kosten für den Abriss trage „Famila“, so Burmester. Das ist eine faustdicke Überraschung, denn noch längst nicht ist absehbar, ob das Kieler Unternehmen jemals in Jesteburg ein Warenhaus eröffnen darf. Nachdem die Nachbargemeinde Hanstedt vor dem Oberverwaltungsgericht in Lüneburg ein Normenkontrollantrag gestellt hat, hatte das Gericht den „Famila“-Bebauungsplan vorläufig kassiert.
Das Urteil hat weitreichende Konsequenzen: Sofern die Eilentscheidung im Hauptsacheverfahren bestätigt wird, ist auf dem Festhallengelände nicht nur die Ansiedlung eines "Famila"-Warenhauses, sondern auch jedes andere Einzelhandelsgroßprojekt mit mehr als 800 Quadratmetern Verkaufsfläche ausgeschlossen. Daher gilt es auch als unwahrscheinlich, dass Jesteburg von einem Investor 3,35 Millionen Euro für das Areal bekommt. So viel war "Famila" bereit, für das Areal zu zahlen. Erste Konsequenzen hatte das Urteil bereits: Die Gemeinde musste einen Kredit in Höhe von mehr als 1,5 Millionen Euro aufnehmen, um damit dem Jesteburger Schützenverein den Festhallen-Neubau zu finanzieren.
"Wir haben stets gut und gern mit der Verwaltung zusammengearbeitet, so dass wir die Abrisskosten wie vorgesehen übernehmen. Wir glauben weiter fest daran, in naher Zukunft einen Standort in Jesteburg eröffnen zu können", sagt "Famila"-Geschäftsführer Christian Lahrtz.
Laut Burmester hat sich „Famila“ eine Hintertür offen gelassen. Sollte es nicht zum Bau eines Supermarktes kommen, muss die Gemeinde dem Unternehmen die Abriss-Kosten ersetzen.
Jesteburg muss - zumindest vorerst - nicht selbst für den Abriss aufkommen. Auch die Diskussion, ob in der Festhalle Flüchtlinge untergebracht werden können, hat sich jetzt erledigt.