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Flutschutzpläne in Buxtehude: Cranzer machen sich Sorgen

Günter Kölln vom "Arbeitskreis Cranz" ist sauer auf Landrat Michael Roesberg
bc. Cranz. Die Buxtehuder Hochwasserschutzpläne bereiten den Bürgern in Cranz zunehmend Kopfschmerzen. Vor allem die etwa 400 im "Estebogen" lebenden Menschen fürchten, dass ihre Heimat als planmäßiges Überschwemmungsgebiet freigegeben wird. Sind die Sorgen berechtigt?

Wie berichtet, sehen die Buxtehuder Pläne eine maximale Aufstauhöhe in den Hamburger Ortsteilen Cranz und Neuenfelde von 3,50 Metern vor, sofern der Fall eintritt, dass das Sperrwerk an der Estemündung wegen Hochwassers in der Elbe über drei Tiden geschlossen bleiben muss. Bei 3,50 Metern wären jedoch große Teile des Wohngebiets im Außendeich überflutet, Keller und Garagen vollgelaufen, Straßen und Abwasserschächte überschwemmt. Eventuell müssten die Bewohner des Estebogens sogar evakuiert werden, die Stromversorgung wäre nicht mehr gesichert.

Günter Kölln von der Bürgerinitiative "Arbeitskreis Cranz" pocht auf Bestandsschutz. Er hat tief im Harburger Bauamt gegraben, um den alten Bebauungsplan "Cranz 1" von 1966 zu finden. "Danach wird von einer möglichen Wasserstauhöhe der Este von 2,95 Meter über Normalnull ausgegangen." Aus dieser Höhe resultiere das Straßenniveau im Estebogen sowie die Bauhöhenlage der Schule und Mehrfamilienhäuser, die Ende der 1960er Jahre entstanden seien.

"1966 ist die Siedlung in Cranz genehmigt worden. Wir Estebogen-Anwohner bestehen jetzt auf die Höheneinhaltung des Wassers seitens Buxtehude", so Kölln. Buxtehude solle seine Minideich-Pläne verwerfen, da sie durch die Kanalisierung der Este in der Innenstadt die Lage an der Untereste nur noch verschärfen. Stattdessen könne die einzig sinnvolle Lösung der Bau eines Regenrückhaltebeckens im Bereich der Obereste sein, bekräftigt Kölln.

Von Landrat Michael Roesberg ist er maßlos enttäuscht. Der hatte sich sinngemäß folgendermaßen geäußert: "Wer sein Haus im Außendeich-Bereich gebaut hat, müsste sein Gebäude selbst schützen." Kölln ist sauer: "Diese Aussage ist eine Schweinerei."