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Vor der Sturmflutsaison: Sandsack-Depots sind leer

Während des Jahrtausend-Hochwassers an der Elbe half der Landkreis Stade dem Landkreis Lüneburg mit rund 60.000 Sandsäcken aus (Foto: archiv)
(bc). Die Deichverbände an der Unterelbe machen sich Sorgen. Die Sturmflutsaison steht vor der Tür und deren Sandsack-Depots sind so gut wie leergeräumt.

Der Grund liegt schon vier Monate zurück, als Anfang Juni an der Elbe das Jahrtausend-Hochwasser tobte und der Landkreis Stade dem Landkreis Lüneburg mit rund 60.000 Säcken ausholf. Noch immer warten die Deichverbände auf Ersatzlieferungen.

Bei der Feuerwehr in Jork lagern normalerweise mehr als 30.000 Jutesäcke, derzeit sind es nur noch mickrige 2.000. "Es kann nicht sein, dass der Landkreis bei der Neubeschaffung nicht in die Puschen kommt. Die Zeit drängt", schimpft Gerd Lefers, Kreistagsmitglied der Freien Wählergemeinschaft aus Jork und Deichrichter der 2. Meile, die für den Hochwasserschutz zwischen Lühe und Este verantwortlich zeichnet. Heftige Starkregenfälle könnten von heute auf morgen auftreten, so Lefers. Man brauche nur ins Jahr 2002 zurückblicken, als die Aue in Horneburg über die Ufer trat. Damals sei schnelle Hilfe gefragt gewesen. "Jetzt würden wir ein dummes Gesicht machen", sagt Lefers.

Eckhard Lantz, Erster Kreisrat, versucht die besorgten Deichrichter und Deichgeschworenen zu beruhigen. Der Landkreis verfüge noch immer über ca. 60.000 Sandsäcke in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Stade-Wiepenkathen. "Im Falle eines Falles stellen wir diese natürlich zur Verfügung", sagt Lantz. Derzeit laufe aber auch eine Ausschreibung für eine Ersatzbeschaffung.

Warum erst so spät? Es sei nicht gesetzlich geregelt, wer für den Ersatz von Sandsäcken zuständig sei, so Lantz. Anfangs hieß es, das Land Niedersachsen stehe hierbei in der Pflicht. Im August hätte sich das Land dann jedoch anders entschieden, so Lantz. Der Landkreis musste auf eigene Faust eine Ausschreibung starten. In welcher Kalenderwoche die Deichverbände ihre Lager wieder auffüllen können, weiß aber auch der Kreisrat nicht: "Auf jeden Fall noch in diesem Jahr." 252.000 Sandsäcke will der Kreis bestellen. Die Kosten trage das Land oder der Landkreis, auf keinen Fall die Deichverbände, so Lantz.