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L140-Ausbau in Jork: Die Zeit drängt

Die L 140 soll ungefähr vom neuen Kreisel an der Einmündung zum Gewerbegebiet „Ostfeld“, hier ein Foto vom Bau, bis zur Kreuzung in Königreich neu gestaltet werden
bc. Jork. „Wenn wir viel wollen, gefährden wir das ganze Projekt.“ Peter Rolker, FDP-Ratsherr der Gemeinde Jork, traf bei der Bewertung der Ausbaupläne für die L 140 (Obstmarschenweg) wohl den Nagel auf den Kopf. Im gemeinsam tagenden Bau- und Tourismusausschuss am vergangenen Donnerstag wurde deutlich: Das geplante Bauvorhaben der Landesbehörde für Straßenbau, den Obstmarschenweg in Osterjork 2017 zu erneuern, steht in den Sternen.

Grund: Die Finanzierung der Maßnahme ist nur bis Ende 2017 gesichert. Solange steht der Fördertopf beim Land abrufbereit. Das war Politik und Verwaltung in Jork zwar schon vorher bekannt. Was sich jetzt allerdings in der Sitzung abzeichnete, ist der sehr eng getaktete Zeitplan.

Zunächst muss das Katasteramt die Grundstücksgrenzen neu vermessen. „Unsere bisherigen Planungen fußten auf falschen Grundlagen. Das ist sehr ärgerlich“, sagte Ingenieur Falk Salomon von der Landesbehörde. Bis Ende Februar sollen die neuen Pläne da sein.

Im Anschluss sei für den Bereich Osterjork ein langwieriges Planfeststellungsverfahren vonnöten, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, so Salomon. Schließlich seien etliche Einwendungen von Anwohnern angesichts der umfangreichen Ausbaupläne mit beidseitigen Geh- und Radwegen und einer komplizierten Entwässerung eingegangen. Das Verfahren dauere ca. ein Jahr. Salomon: „Dann sind die Pläne aber noch nicht beklagt worden.“ In dem Fall sei der Zeitplan wohl nicht mehr einzuhalten.

Das nächste Problem: Die ohnehin finanziell knappe Gemeinde hatte für das kommende Jahr lediglich 500.000 Euro für den Ausbau in den Haushalt eingestellt. Anhand der aktuellen Pläne des Landes (Parkbuchten, Querungshilfe, Bushaltestellen, etc.) betrage der Gemeindeanteil jedoch schon mehr als eine Million Euro - wohlgemerkt ohne Beleuchtung. Geplante Gesamtkosten: 3,5 Mio. Euro.

Die Gemeinde muss sich also im Klaren sein: Welche Form des Ausbaus will sie für Osterjork? Oder soll die Trasse wie in Königreich vielleicht nur saniert werden? Die Sanierung in Königreich steht nämlich nicht zur Debatte, weil hier kein Planfeststellungsverfahren benötigt wird. Die Bauarbeiter starten 2017 definitiv.

Falk Salomon von der Landesbehörde äußerte sich während der Sitzung am Donnerstag, dass er „nicht traurig wäre, in Osterjork auch nur zu sanieren“, um das Projekt nicht zu gefährden. Möchte die Gemeinde hingegen den beidseitigen Ausbau mit Geh- und Radwegen, sollte sie bestenfalls dafür sorgen, das Einverständnis aller Anlieger einzuholen. Ausbaubeiträge müssen die Anwohner laut Bürgermeister Gerd Hubert nicht zahlen.