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Wegen Reifeverzögerung - Bewährung für junge Bankräuber

Mit diesem VW Polo waren die Bankräuber geflüchtet (Foto: Polizei)
thl. Vahrendorf/Tostedt. Sie wollten so schlau sein und waren am Ende so doof. Jetzt bekamen drei junge Männer (19, 20 und 20 Jahre alt) aus Neuwiedenthal wegen eines Banküberfalls in Vahendorf vom Tostedter Schöffengericht die Quittung - einmal zwei Jahre und vier Monate Knast für den Jüngsten, einmal 18 Monate Haft auf Bewährung und einmal 15 Monate Haft auf Bewährung.
Rückblick: Am 2. April dieses Jahres stürmen morgens um 9.15 Uhr der 19-Jährige und ein 20-Jähriger die Volksbank in Vahrendorf. Unter Vorhalt einer Schusswaffe zwingen sie die Angestellte zur Herausgabe von Bargeld. Minuten später springen die Räuber mit 850 Euro Beute in einen vor der Bank wartenden VW Polo mit Hamburger Kennzeichen. Ihr Komplize am Steuer gibt Gas und düst Richtung Kiekebergmuseum. Sofort nach dem Alarm leitete die Polizei eine Ringfahndung ein. Mit Erfolg: Als das Trio am so genannten Bermuda-Dreieck bei Buxtehude von der B3 auf die B73 Richtung Hamburg einbiegt, nimmt eine Streife die Verfolgung auf und kann die Gauner nach wenigen Kilometern stellen - Festnahme. Der 19-Jährige, der wegen eines Raubdeliktes unter Bewährung steht, wandert in U-Haft, seine beiden Komplizen werden später wieder auf freien Fuß gesetzt.
Vor Gericht räumte das Trio die Tat ein, gab als Grund Schulden, Spielsucht, Arbeitslosigkeit und fehlendes Vertrauen zur eigenen Familie an.
Was die verhinderten Bankräuber bisher nicht wussten: Die Bankangestellte ist bis heute traumatisiert und hat zwei Wochen nach dem Überfall als Folge eine Fehlgeburt erlitten.
Weil die Jugendgerichtshilfe bei den drei Angeklagten eine Reifeverzögerung sah, wurden sie schließlich nach Jugendstrafrecht verurteilt. Sehr zum Unverständnis des Anwaltes der Bankangestellte, die im Prozess als Nebenklägerin aufgetreten war. Er will jetzt prüfen, ob er gegen das Urteil Revision eingelegt.