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„Weißer Fleck“ Rosengarten-Alvesen: Total-Ausfall bei Telefon und Internet

Geschäftsführer Arne Vaubel, hier vor dem Eingang des Wildparks Schwarze Berge, und seine Mitarbeiter behelfen sich mit Walkie-Talkies
as. Alvesen. Es ist zur Zeit still in Alvesen. Kein Telefon, das klingelt, kein Handy, das piept. Alvesen ist einer der „weißen Flecken“ im Landkreis ohne Breitbandverbindung, viele Anwohner beziehen deshalb Internet und Telefon über eine Funkverbindung. Das Problem: Sowohl die Telekom als auch der Anbieter Vodafone haben in den vergangenen Wochen ihre Sendemasten im benachbarten Wildpark Schwarze Berge abgebaut. Jetzt haben viele der 160 Haushalte in Alvesen keinen Internet-, Telefon- oder Handyempfang. Einige Haushalte können gar nicht mehr mit der Außenwelt kommunizieren.
Der Turm, auf dem die Sendemasten angebracht waren, ist morsch geworden und wird vom Wildpark erneuert. Deshalb haben die Anbieter ihre Anlagen abgebaut. Den Unmut der aufgebrachten Alvesener hat auch Arne Vaubel, Geschäftsführer des Wildparks, erfahren. „Für den Ausfall ist aber nicht der Wildpark verantwortlich. Wir haben beide Mobilfunkanbieter bereits frühzeitig im September vergangenen Jahres über den geplanten Abriss des Turmes informiert, die Anbieter hatten genug Zeit, sich um eine Ersatzlösung zu kümmern“, sagt Arne Vaubel. „Die Mobilfunkanbieter haben wohl unterschätzt, wie wichtig der Mobilempfang für den Ort ist“, so Vaubel. Auch der Wildpark selbst ist vom Ausfall des Mobilfunknetzes betroffen. Die Wildpark-Mitarbeiter müssen wieder auf Walkie-Talkies zurückgreifen, um miteinander zu kommunizieren.
Die Telekom errichtet in dieser Woche eine temporäre Funkanlage im Wildpark, die bis zur Fertigstellung des neuen Aussichtturms in Betrieb bleiben soll. Voraussichtlich soll die Anlage dann am 1. Februar in Betrieb genommen werden, eine schriftliche Zusage gab es allerdings noch nicht. „Wir bedauern die Verzögerungen beim Aufbau der Übergangslösung und bitten die Kunden um etwas Geduld“, so Telekom-Sprecherin Stefanie Halle. „Technik kann auch kurzfristig mal ausfallen. Es gibt sicherlich in der Ortschaft oder bei Nachbarn Möglichkeiten, im Notfall einen Notruf abzusetzen.“ Für Ex-Ortsbürgermeister Klaus Meyer-Greve klingt das wie Hohn. „So ein Satz ist ein Unding! Wie stellen die sich das vor? Soll man in einem Notfall erst mal gucken, ob die Nachbarn da sind und ob sie Empfang haben?“ so Meyer-Greve empört. „Weder Vodafone noch Telekom haben erkannt, wie wichtig LTE für Alvesen ist. Ohne den Mobilfunk sind wir völlig abgeschnitten!“
Auf einer Bürgerversammlung haben rund 60 Anwohner jetzt ihrem Unmut Luft gemacht. 18 Haushalte können ohne LTE überhaupt nicht mit ihrer Umwelt kommunizieren. Dabei geht es nicht darum, mal schnell etwas zu googeln. Ohne einen vernünftigen Internet- und Telefonzugang sind auch berufliche Existenzen gefährdet. Davon betroffen sind besonders Anwohner, die von zuhause aus arbeiten. „Um seinen Job zu sichern, benötigt einer der Anwohner jetzt eine Stellungnahme der Verwaltung, die den Komplett-Ausfall bestätigt“, berichtet Ortsbürgermeister Axel Krones.
Eine gute Nachricht hatte Arne Vaubel: Auch Vodafone sich jetzt dazu entschlossen, eine Interimslösung zu finden. „Vodafone wird gemeinsam mit der Telekom den Ersatzmasten errichten“, teilte Sprecher Volker Petendorf dann am Montag dem WOCHENBLATT mit.
Um den Breitbandausbau zu fördern, hat der Landkreis Harburg im vergangenen September etwa 15 Millionen Euro vom Bund erhalten. Auch Alvesen soll endlich einen Breitbandanschluss erhalten. Gemeinsam mit dem Landkreis investiert die Gemeinde in den Breitbandausbau. „Vor dem dritten Quartal dieses Jahres wird das aber nichts“, berichtet Ortsbürgermeister Krones.