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Lüneburger Heide GmbH - ist Mittelmaß genug?

Seit 2008 für die Vermarktung der Heide zuständig: Die Lüneburger Heide GmbH (Foto: archiv)
(mi).

Bestenfalls durchschnittlich, so beurteilen Tourismusbetriebe in der Region die Arbeit der „Lüneburger Heide GmbH“. Das geht aus einer internen Umfrage der Vermarktungsgesellschaft unter ihren Mitgliedern hervor, deren Ergebnisse dem WOCHENBLATT vorliegen.

Die 2008 gegründete Gesellschaft versteht sich als zentraler Vermarkter und Interessenvertreter der Tourismusbetriebe in der Region. Beteiligt sind die Landkreise Harburg, Celle, Lüneburg, Uelzen und Heidekreis, sowie die Städte Lüneburg, Celle und Bad Bevensen. Außerdem das Heide Park Resort, Serengeti Park und Südsee Camp. Nach WOCHENBLATT-Information pumpen allein die Kreise jährlich rund 800.000 Euro Steuergeld in die Vermarktungsorganisation. Ob das Geld sinnvoll investiert ist, daran lässt zumindest die jetzt öffentlich gewordene interne Befragung zweifeln
Fakt ist: Die Heide ist bei Urlaubern so attraktiv wie noch nie. Rund 5,7 Millionen Übernachtungen zählte die GmbH Anfang 2015 - ein Plus von 1,9 Prozent. Dennoch sind die Tourismusbetriebe offenbar mit der Arbeit der GmbH nur durchschnittlich zufrieden.
In einer Umfrage unter 185 Mitgliedsbetrieben erhält die Gesellschaft lediglich eine Gesamtnote von 2,9. Das ist gerade mal Durchschnitt. Hapern tut es demnach vor allem bei einer der zentralen Aufgaben, dem Netzwerken. Unterdurchschnittlich (Note 3,3) ist laut Umfrage der Erfolg, das touristische Netzwerk zwischen Anbietern, Leistungsträgern und Akteuren weiterzuentwickeln. Ähnlich durchwachsen (Note 3,1) beurteilen die Mitgliedsbetriebe die Bereitschaft der GmbH, Anregungen und Vorschläge umzusetzen.
Lediglich die Erreichbarkeit - der Zeitraum, in dem auf Anfragen reagiert wird - erhielt mit 2,2 eine gute Note.
Kann man bei einer Finanzierung mit jährlich mindestens 800.000 Euro Steuergeld und einer bis zu 15-prozentigen Beteiligung der GmbH an den Hotelbuchungen nicht bessere Ergebnisse verlangen? Für Geschäftsführer Ulrich von dem Bruch sind die Umfrage Werte „o.k.“. „Man hat bei solchen Umfragen immer das Phänomen, dass nur die Unzufriedenen teilnehmen,“ sagt er. Daher seien Beteiligung und Ergebnis nicht immer repräsentativ. Schließlich vertrete die GmbH rund 1.200 Betriebe. Im Bereich Vernetzung habe man gerade mit der Ausweitung des Marketings auf Dänemark begonnen. Das sei gelebte Vernetzung. Von dem Bruch: „Wir werten die Note 2,9 nicht so schlecht, nehmen uns für das kommende Jahr aber eine bessere vor“.