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Zu viel Lärm für Neubürger

Was vom Bolzplatz übrig blieb: Der Rasen ungepflegt, die Tore abgeholt, im Hintergrund eines der Häuser, an dessen Grundstück der Platz unmittelbar angrenzt

Der Bolzplatz in Klecken beim Friedhof existiert seit 30 Jahren - jetzt wird er dicht gemacht

mi. Klecken. Der kleine Bolzplatz neben dem Friedhof in Klecken gehört seit mehr als 30 Jahren zum Ortsbild. Hier treffen sich Jugendliche zum Kicken, und die Feuerwehr nutzt das Gelände manchmal für gesellige Zusammenkünfte. Auch die Grundschule Klecken verlagert ihren Sportunterricht bei schönen Wetter gerne auf die Rasenfläche. Doch damit soll jetzt Schluss sein. Der Grund ist das Neubaugebiet „Erweiterung Klecken Mitte“.
Zugegeben, in den vergangenen Jahren war der kleine Sportplatz ziemlich verkommen. Deswegen hatte der Ortsrat Ende 2014 einstimmig eine Komplettsanierung für Rasen, Sprunggrube und Laufbahn bei der Gemeinde Rosengarten eingefordert. Stattdessen montierte die Gemeinde die Fußballtore auf dem Platz kurzerhand ab. Lediglich die Rasenfläche soll instand gesetzt werden.
Hintergrund: Neben dem Bolzplatz ist vor ca. zwei Jahren das Neubaugebiet „Erweiterung Klecken-Mitte“ entstanden. Ein Bolzplatz sei wegen der Lärmbelästigung der Anwohner aus „Gründen des Immissionsschutzes nicht zulässig“, heißt es dazu in einer Stellungnahme der Bauabteilung. Lärm, den Jugendliche auf Bolzplätzen verursachen, werde nicht durch das Gesetz privilegiert. Fazit der Verwaltung: Der Platz muss weg.
Ortsbürgermeister Jürgen Grützmacher sieht das anders: „Die Rechtssprechung verbiete Bolzplätze in Wohngebieten nicht per se, es käme auf die Art des Betriebs an“, so der Ortsbürgermeister. In den Nachbardörfern Eckel und Neu Eckel gäbe es ähnliche Flächen, die schon seit Jahren in Wohngebieten betrieben würden.
Grützmacher: „Für Jugendliche bietet Klecken kaum Möglichkeiten sich einfach mal ‚auszupowern‘, allein deswegen sollte der Bolzplatz erhalten bleiben.

Kommentar

Nicht die Jugend vergessen
Jetzt soll der Bolzplatz also weg. Als die Politik 2011 bei den Planungen für das Neubaugebiet auf das „Lärmproblem“ hinwies, beschwichtigte die Verwaltung noch. Dann werden einfach Tatsachen geschaffen, ohne dass sich die Öffentlichkeit mit dem Thema befassen konnte. Besser und bürgerfreundlicher wäre gewesen, den Platz von Beginn an als Teil des neuen Baugebiets einzuplanen und einen angemessenen Schutzstreifen zu schaffen. Denn eines sollte man im Rathaus nicht vergessen: Wenn man attraktiv für Familien sein will, sollte man neben Kindergärten und Spielplätzen auch die Angebote für Jugendliche nicht vernachlässigen. Denn auch die kleinen Kinder in „Klecken Mitte“ wachsen aus dem Spielplatzalter raus.
Mitja Schrader