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Wohnbaugebiete: Politik tritt aufs Bremspedal

Ist in die Liste der längerfristigen Projekte gerutscht: Die Flächen "Dorfstraße", die sich um den alten Dorfkern Fleestedts schmiegen (Foto: Google Maps/MSR)
kb. Seevetal. Was sich schon auf der vergangenen Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses abzeichnete, hat sich in dieser Woche bestätigt: Bei der Entwicklung von neuen Wohnbaugebieten soll die Gemeinde Seevetal nach dem Willen der Politik nicht zu sehr aufs Gaspedal drücken. Zwei Projekte schob der Ausschuss direkt nach hinten.
Auf Antrag hatte die Verwaltung im Ausschuss noch einmal Informationen in Bezug auf zehn Wohngebiete, für die es Investoren gibt, nachgelegt - u.a. im Hinblick auf die zu erwartenden Wohneinheiten und Begleit- und Folgekosten wie z.B. zusätzlich benötigte Krippen- und Kita-Plätze und die Erschließung. Für die Verwaltung ging es letztlich darum, die Frage zu klären, bei welchem Bauprojekt dem Investor zeitnah der Anstoß für weitere Planungsschritte gegeben werden kann und wo nicht. "Es geht hier nicht um das 'Ob', sondern vielmehr um das 'Wie' und 'Wann'", so Bauamtsleiter Gerd Rexrodt.
Laut Verwaltungsvorschlag sollten kurzfristig die Verfahren zu den Projekten "Winsener Landstraße" (Fleestedt, Seniorenwohnanlage auf ca. 1,4 ha), "Glüsinger Straße" (Fleestedt, 37 bis 68 Wohneinheiten auf ca. 3,5 ha), "Erdbeerfelder" (Meckelfeld, 170 bis 430 Wohneinheiten auf ca. 7,2 ha), "Bargweg" (Bullenhausen, zehn bis 15 Wohneinheiten auf ca. 1,2 ha) und "Ramelsloher Allee I" (Ramelsloh, elf bis 17 Wohneinheiten auf ca. 1 ha) eingeleitet werden.
Mittelfristig auf den Weg gebracht werden sollten die Vorhaben "Dorfstraße" (Fleestedt, 47 bis 86 Wohneinheiten auf ca. 4,4 ha), "Rönneburger Straße" (Meckelfeld, sieben bis elf Wohneinheiten auf ca. 0,8 ha), "Gemüseland" (Over, 44 bis 75 Wohneinheiten auf ca. 4,5 ha) und "Ohlendorfer Straße" (Ohlendorf, 33 bis 64 Wohneinheiten auf ca. 2,5 ha).
Erst in die langfristige Umsetzung sollten laut Verwaltung die Gebiete "Lindenstr./Eddelsener Str." (Metzendorf, 25 bis 40 Wohneinheiten auf ca. 3,4 ha) und "Ramelsloher Allee II" (Ramelsloh, 13 bis 22 Wohneinheiten auf ca 1,8 ha).
Diskussionen gab es vor allem um die Projekte "Dorfstraße" und "Glüsinger Straße" in Fleestedt. "In Fleestedt passiert derzeit ohnehin schon viel, meiner Ansicht nach überfordert das den Ortsteil", sagte Gerd-Otto Kruse, beratendes Ausschussmitglied der Grünen. Diese Auffassung traf auf breite Zustimmung, obwohl Fred Patzwaldt, Leiter der Planungsabteilung, mehrfach darauf hinwies, dass mit einem Baubeginn auf den genannten Flächen ohnehin nicht vor 2020 zu rechnen sei. "Fleestedt ist im Moment tatsächlich ausgereizt", so Dr. Klemens Lunkenheimer (AfD). Auf Antrag Kruses wurde die beiden Vorhaben einstimmig jeweils eine Kategorie nach hinten geschoben. Beim Wohngebiet "Dorfstraße", das sich um den alten Ortskern Fleestedts schmiegt, soll zudem die Bevölkerung beteiligt und eine Art Ortsentwicklungskonzept aufgestellt werden.
Auch die "Erdbeerfelder" in Meckelfeld - eine Fläche, die schon seit vielen Jahren im Gespräch ist - wird nicht unkritisch gesehen, obwohl es derzeit laut Verwaltung einen Interessenten gibt, der auch in die äußere Erschließung investieren und damit die Kosten für die Gemeinde senken würde. "400 mögliche Wohneinheiten - das ist uns einfach zu viel", so Klaus Prigge von den Freien Wählern. Auch hier hakte Fred Patzwaldt ein. "Ich erinnere daran, dass wie eine rege Diskussion darüber hatten, wie dringend wir bezahlbaren Wohnraum brauchen. Die Erdbeerfelder wären eine der wenigen Flächen, die dafür geeignet wären. Ich bitte Sie darüber nachzudenken, ob wir dieses Potenzial nicht nutzen sollten", so der Chef der Planungsabteilung.
Inklusive der beiden Änderungen in Fleestedt winkte der Ausschuss die Projekt-Liste schließlich durch. Damit könnten - wenn bei der Bauleitplanung alles glatt geht - immerhin vier Flächen in Fleestedt, Meckelfeld, Bullenhausen und Ramelsloh bis 2020/21 realisiert werden.