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Decatur-Brücke: DB schlägt gütliche Einigung vor

Will die Bahn im Streit um die Decatur-Brücke ernsthaft einlenken?
kb. Seevetal. Laut einer aktuellen Pressemitteilung schlägt die Deutsche Bahn (DB) im Rechtsstreit mit der Gemeinde Seevetal um die Nutzung der Decatur-Brücke über dem Rangierbahnhof Maschen eine gütliche Einigung vor. Ziel der DB sei es, die dauerhafte Nutzung der Brücke bis zur ersten Rampe, von der aus das Betriebsgelände der DB erreicht werden kann, sicherzustellen.
„Das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht hat im Beschluss vom 7. September eine Pflichtenaufteilung für das Brückenbauwerk festgesetzt. Auch für die Zukunft soll die Aufteilung entsprechend fortgesetzt werden“, heißt es in der DB-Pressemitteilung. Die DB würde damit weiterhin erhebliche Pflichten für die Brückenüberwachung übernehmen, für die eigentlich die Gemeinde Seevetal als Straßenbaulastträger zuständig sei. „Durch dieses Entgegenkommen möchte die DB zum einen eine Befriedung des Verhältnisses zur Gemeinde Seevetal erreichen und zum anderen die dauerhafte Nutzung des größten Rangierbahnhofs Europas für die nahe Zukunft sicherstellen“, erklärte die DB-Pressestelle.
Wie mehrfach im WOCHENBLATT berichtet, hatte der Seevetaler Gemeinderat zuletzt einen Vergleich mit der DB über eine Nutzung der Brücke abgelehnt.
Das Oberverwaltungsgericht hatte danach im Eilverfahren in einem Beschluss festgestellt, dass eine gefahrlose Nutzung der Brücke für den DB-Anliegerverkehr unter Voraussetzung bestimmter Sicherheitsvorkehrungen gegeben sei.
In der Zwischenzeit habe die Bahn das durchzuführende Geomonitoring am Brückenbauwerk erfolgreich eingerichtet. Laut DB wurden zur Überwachung der Brücke drei verschiedene Sensortypen installiert. Mögliche Deformationen der Brücke würden zum einen mit hochauflösenden Rissmetern erfasst, mit Laserabstandsmessern, die in der Sohle des Brückenkastens installiert wurden, könne der Abstand zwischen Brücke und Boden überwacht werden. Darüber hinaus würden die Lufttemperaturen innerhalb und außerhalb der Brücke aufgezeichnet. Bisher habe man keine relevanten Auffälligkeiten festgestellt, so die DB.
Seevetals Bürgermeisterin Martina Oertzen erfuhr aus der WOCHENBLATT-Redaktion vom Statement der Bahn. „Wir freuen uns über das Entgegenkommen der Bahn, weil wir der Ansicht sind, dass wir in dieser Sache nur weiterkommen, wenn wir uns an einen Tisch setzen“, betont Martina Oertzen. Ein „einfach weiter so“ kann es für sie jedoch nicht geben. „Auch wenn die Kontrollsysteme an der Brücke funktionieren und die Überwachung engmaschig ist, müssen wir zeitnah eine Lösung für die Zukunft finden“, sagt Oertzen. Die derzeitige Situation ändere nichts daran, das Seevetal für die Brücke verantwortlich sei und für Schäden haften müsse. „Wir sind und bleiben Baulastträger.“ Die Gemeinde Seevetal werde nun ein konkretes Gesprächsangebot an die DB schicken. „Es gibt noch viele offene Fragen, aber ich habe große Hoffnung, dass wir gemeinsam Antworten finden“, so Oertzen.