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Besser pinkeln in Stades Innenstadt

Nach dem ultimativen Klo-Check des WOCHENBLATT hat die Verwaltung an der Hansestraße reagiert und das Loch in der Toilettentür dicht gemacht (Foto: tp)
bc. Stade. Vor rund zwei Monaten unternahm das WOCHENBLATT den ultimativen Klo-Check in der Stader Altstadt. Fazit: Es gibt Verbesserungsbedarf. Das hat offenbar jetzt auch die CDU im Stadtrat erkannt, die im Hinblick auf die Haushaltsberatungen für das Jahr 2017 einen entsprechenden Antrag an die Verwaltung gestellt hat. Ganz nach dem Motto: Besser pinkeln in der Innenstadt.
„Bei zahlreichen Bürgergesprächen haben sich immer wieder Bürger über den Zustand der öffentlichen Toiletten in Stade im Hinblick auf Sauberkeit, Vorhandensein von Toilettenpapier, etc. beschwert“, schreibt Fraktionschefin Kristina Kilian-Klinge in ihrem Antrag. Auch für den Tourismus, ein nicht unbedeutender Wirtschaftsfaktor in der Innenstadt, seien ausreichende und gepflegte öffentliche Toiletten essentiell. Das größte Ärgernis sei das Fehlen von seniorengerechten Toiletten sowie Klos für Menschen mit Behinderungen. Hier müsse die Stadt umdenken. Ein privater Anbieter könnte die öffentlichen Toiletten besser betreiben als die Stadt selbst, so die CDU.
Aus der Sicht von Kilian-Klinge reiche das Konzept der „Netten Toilette“ nicht aus, bei dem in Stade sieben Gastronomen in Altstadtlage kostenlos ihre Räumlichkeiten für die Öffentlichkeit zur Verfügung stellen: „Letztendlich ist diese Maßnahme nur als vorübergehende zu betrachten und kann nicht die optimale Lösung sein.“ Wohin, wenn der Betrieb geschlossen hat? Was machen Rollstuhlfahrer oder Senioren, die mit einem Rollator unterwegs sind? Fragen, die die Christdemokraten beschäftigen: „Wir wollen einer möglichen Diskussion über Ausgrenzung und Diskriminierung zuvorkommen“, so Kilian-Klinge. Die Stadt müsse ein Konzept entwickeln, in dem die Anzahl, die Qualität und die Zugänglichkeit für mobil eingeschränkte Menschen deutlich ausgeweitet werden.
Ein Modell könnte das an Autobahnen erfolgreich eingeführte Bon- oder Gutschein-System sein. Kilian-Klinge: „Ein Teil der Nutzungsentgelte für Toiletten könnte im Rahmen von Guthaben in der Stadt für Museen und ähnliche Gebäude oder evtl. auch im Einzelhandel eingelöst werden.“