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Ein Leben zwischen Berlin und Hagen

Bei der Ehrung (v.li.): Ortsbürgermeister Hans Blank, Alfred Janisch und Ehefrau Marlies, Laudator Axel Schuldt (hinten) sowie Stades stellvertretender Bürgermeister Klaus Quiatkowsky (Foto: Blank)
bc. Stade-Hagen. Viele lobende Worte fand Laudator Axel Schuldt bei der Bürgerehrung im Stader Ortsteil Hagen. Die Laudatio auf den Geehrten Alfred Janisch war gleichzeitig ein Rückblick auf die deutsch-deutsche Geschichte.

Alfred Janisch betreibt in den 1960er Jahren einen Zeitschriftenladen in West-Berlin, verlagert seinen Zweitwohnsitz jedoch nach Hagen, um seine Verlobte Marlies in der DDR besuchen zu dürfen. Auf die Weise umgeht er die Einreisebeschränkungen für Westberliner. Schließlich erhält er 1971 über einen Anwalt die Genehmigung für die Ausreise seiner Verlobten.

In Hagen findet das Ehepaar seine zweite Heimat in einem Reihenhaus am Stadtweg. Berlin bleibt zwar der Arbeitsmittelpunkt, aber am Wochenende zieht es die beiden an die Schwinge. Sie integrieren sich in die Dorfgemeinschaft, er wird Mitglied im Schützenverein, im Sparclub und im Sportverein, unterstützt die örtlichen Vereine großzügig. Manchmal hilft Alfred Janisch sogar bei der Heuernte.

Dann fällt 1989 die Mauer. Die Familie übernimmt die alten Besitztümer in Erkner südöstlich von Berlin und zieht dorthin. Trotzdem bleibt Alfred Janisch Hagen stets verbunden. Er fördert die Ost-West-Verständigung, organisiert Zusammentreffen von Erkneranern und Hagenern. Feuerwehr, Sportverein, Dorfgemeinschaft, Dörpskapell und der Chor „Hogener Lünen“ reisen mehrfach nach Erkner.

Gegenbesuche in Hagen folgen. Organisation und finanzielle Beteiligung liegen zum großen Teil in der Hand von Alfred Janisch. Ein Berlin-Wochenende in seiner Stadtwohnung wird zum begehrten Preis beim jährlichen Schützenfest in Hagen. Im November ist Alfred Janisch 80 Jahre alt geworden. Das WOCHENBLATT gratuliert nachträglich recht herzlich.