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Eltern-Kritik am Landkreis Stade

Sozialdezernentin Susanne Brahmst arbeitet an einer Lösung (Foto: archiv)
bc. Stade. Eltern wehren sich gegen die Abgabe des Seminarkindergartens in Stade an einen kirchlichen Träger. In einem Schreiben, das dem WOCHENBLATT vorliegt, kritisiert ein verärgerter Vater: "Wir sind mit der Abgabe nicht einverstanden, da das pädagogische Konzept christlich-religiös ist, das wir und auch weitere Eltern nicht wollen."
Die Eltern hätten schließlich Verträge mit dem Landkreis abgeschlossen: "Es ist nicht in Ordnung, uns einen konfessionellen Träger überstülpen zu wollen." Der Kreis solle Träger des Seminarkindergartens bleiben und schnellstmöglich Fachpersonal einstellen.
Wie berichtet, gab es zuletzt große Personalbesetzung-Schwierigkeiten beim einzigen Kindergarten in Landkreis-Trägerschaft. Phasenweise mussten Gruppen zu einer Notgruppe zusammengelegt werden.
Nach einem Vorstoß der Wählergemeinschaft im Zuge der Haushaltsdebatte, die Verwaltung solle prüfen, ob der Kindergarten womöglich an einen freien Träger abgegeben werden könne, nahmen die Verhandlungen Fahrt auf. "Unser Beweggrund ist eine gute Betreuung sicherzustellen", sagt die zuständige Sozialdezernentin beim Kreis, Susanne Brahmst. Nach Gesprächen mit mehreren potenziellen Trägern kristallisierte sich der Kindertagesstättenverband der evangelischen Kirche als aussichtsreichster Übernahme-Kandidat heraus.
Brahmst stellt klar: "Eine Entscheidung ist aber noch längst nicht gefallen. Zunächst müssen die Rahmendaten abgeklopft werden." Letztlich entscheiden wird der Kreisausschuss Ende Juni.
Die umfangreiche Anfrage der Grünen-Kreistagsfraktion an Landrat Michael Roesberg zu den künftigen Verdiensten der Erzieherinnen und der Auslegung des pädagogischen Konzeptes (das WOCHENBLATT berichtete) wird zuvor im Jugendhilfeausschuss am Montag, 11. Mai, im Anschluss an den Kreistag diskutiert. "Allerdings nicht-öffentlich", so Brahmst. Eine öffentliche Debatte fände später im gleichen Ausschuss statt.
Dass einige Eltern die Abgabe an einen konfessionellen Träger ablehnen, könne kein Ausschlusskriterium für Verhandlungen sein. "Natürlich würden wir im Fall der Fälle Eltern bei der Suche nach einer neuen Kita behilflich sein", so Brahms.

• Der Seminarkindergarten neben der BBS an der Glückstädter Straße war früher ein Ausbildungskindergarten, in dem angehende Erzieherinnen Praxiserfahrungen sammeln konnten. Dementsprechend gab es lange nur eine Regelgruppe. Seit 2013 existiert auch eine Krippengruppe.