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Feuerwehr in Stade: Ein außergewöhnliches Jahr

Ortsbrandmeister Stephan Woitera (re.) wurde wiedergewählt, ebenso sein Stellvertreter Thomas Woitera (Foto: Feuerwehr/Braun)
 
Dieter Lengsfeld (li.) mit Frau Hildegard und Rainer Gricksch wurden in die Alters- und Ehrenabteilung überstellt
bc. Stade. Zu ihrer Jahreshauptversammlung kam die Stader Ortsfeuerwehr am Freitag zusammen. Ortsbrandmeister Stephan Woitera gab einen umfassenden Überblick über die Ereignisse im vergangenen Jahr. „Turbulent“, sei es gewesen, so Woitera. Die Stürme Paul, Sebastian, Xavier und Herwart hielten die Einsatzkräfte in Atem. Die beiden letzteren Stürme im Oktober bescherten ihnen jeweils mehr als 90 Einsätze. „Wir waren fast ohne Unterbrechung im Einsatz“, so Woitera. Insgesamt waren es im vergangenen Jahr 228 unwetterbedingte Einsätze.
In ihrem „Kerngeschäft“, dem Löschen von Bränden, kam die Stader Ortsfeuerwehr auf insgesamt 199 Einsätze - fast genauso viele wie im Rekordjahr 2016 (202). Dabei wurden durch 5.246 eingesetzte Feuerwehrkräfte 5.347 Stunden abgeleistet. Woitera: „Die entstandene Brandschadensumme wird mit überschaubaren 549.500 Euro beziffert. Dem gegenüber konnten wir Sachwerte von geschätzten 6.154.500 Euro erhalten.“
Vom Einsatzgeschehen sei 2017 ein sehr außergewöhnliches Jahr gewesen, so Woitera: „Zeitweise wurde uns wirklich alles abverlangt.“ Dramatisch verlief ein Feuer am 8. Februar im Altenheim St. Josef an der Schiffertorsstraße. 16 ältere Personen, zum Teil behindert oder bettlägerig, mussten aus ihren Zimmern gerettet und in Sicherheit gebracht werden. Die Person, die sich in dem Zimmer aufgehalten hatte, in dem das Feuer ausbrach, verstarb im Krankenhaus. „Brandeinsätze in Krankenhäusern sowie Alten- und Pflegeheimen gehören sicherlich zu den anspruchsvollsten Einsatzszenarien, die man sich im Feuerwehrwesen überhaupt vorstellen kann“, so Woitera.
Spitzenreiter bei der Anzahl an ausgelösten Brandmeldeanlagen war in diesem Jahr die Asylbewerberunterkunft im Sophie-Scholl-Weg mit insgesamt neun Auslösungen, sieben Mal davon wegen „Essen auf Herd“, wie es im Melde-Jargon der Feuerwehr heißt.
Die Anzahl an Fehlalarmierungen durch ausgelöste Brandmeldeanlagen und Rauchmelder in Wohnungen liegt mit 42 Alarmierungen auf einem ähnlich hohen Niveau wie im Vorjahr (45). Von sehr schweren Hilfeleistungen oder Personenrettungen nach Verkehrsunfällen ist die Feuerwehr 2017 weitgehend verschont geblieben. Großes Aufsehen erregte Mitte September ein Lkw auf der Bundesstraße B73, der in den Grünstreifen geraten war, sich überschlug und den Abhang hinunterkullerte. Woitera: „Es war schon ein kleines Wunder, dass bei diesem Unfall keine Personenschäden zu beklagen waren.“
Sehr anspruchsvoll war der Einsatz in der Nacht auf den 20. Oktober. Aufgrund eines technischen Defekts an einer Pumpe strömte auf dem Gastanker „Bow Guardian“ hochexplosives Propylen aus und hüllte das Schiff auf der Elbe in einen nebligen Schleier. In einem Radius von einem Kilometer wurden die Häuser in Bützfleth-Abbenfleth evakuiert und die Anwohner vorübergehend im Bützflether Feuerwehrhaus untergebracht.
Zum Ende des Jahres hatte die Ortsfeuerwehr Stade 150 Mitglieder. „Der Mitgliederstand ist seit vielen Jahren weitestgehend stabil“, so Woitera. Die Jugendfeuerwehr besteht derzeit aus 30 Jugendlichen, die erst im Dezember 2015 gegründete Kinderfeuerwehr aus 15 Mitgliedern.