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Gewappnet für den Winter

Der Schneeschild ist montiert: Matthias Dobrick vom Räumdienst wartet auf die ersten Flocken
 
Steht vor einem "Salz-Himalaya": Matthias Dobrick von der Kreis-Straßenmeisterei ist für den Frost gerüstet
(jd). Bereit für den Kampf gegen Eis und Schnee: Im Landkreis stehen die Straßenmeistereien in den Startlöchern. Pünktlich zum meteorologischen Winterbeginn am 1. Dezember rutschen die Temperaturen in den Keller. Am Wochenanfang wird laut Wettervorhersage auch tagsüber Frost herrschen. Eventuell fallen sogar ein paar Schneeflocken. Damit sich die Straßen nicht in Rutschbahnen verwandeln und Autofahrer sicher ihr Ziel erreichen, stehen Männer wie Matthias Dobrick bereit. Der Mitarbeiter der Kreis-Straßenmeisterei in Bliedersdorf steigt um 3 Uhr nachts in sein Räumfahrzeug, um die Fahrbahnen vom Schnee zu befreien und mit Salz abzustreuen. "Wir vom Landkreis sind gut gerüstet", erklärt Dobrick: "Der Winter kann kommen."

"Hier liegen rund 700 Tonnen feines Steinsalz", sagt der Mann in orange und weist auf die weißen Berge, die in einem Schuppen auf dem Betriebshof der Straßenmeisterei lagern. Aber nicht nur der Kreis Stade steht beim Winterdienst mit gut gefüllten Salz-Depots und Tourenplänen für rund 380 Straßenkilomer in den Startlöchern, auch die Bauhöfe der Kommunen und die Landesbehörde für Straßenverkehr haben sich für die Streu- und Räumeinsätze in der kalten Jahreszeit gewappnet. Alle haben das Salz bereits im Sommer geordert - wegen der günstigen Preise.

Weniger kalkulierbar als der Preis ist der Zeitraum, wie lange die eingelagerten Salz-Mengen vorhalten: "Wenn es richtig fröstelt, sind 300 Tonnen an einem Wochenende verstreut", meint Holger Hein, Leiter der Landes-Straßenmeisterei in Stade. Seine Leute bringen in einem durchschnittlichen Winter etwa 2.000 Tonnen Salz auf die Straße. Als Richtwert gelten 15 Gramm pro Quadratmeter. Bei rund 270 Kilometern Bundes- und Landesstraßen sowie immerhin 15 Kilometern Autobahn kommt da einiges zusammen. "Bei der Autobahn herrscht rund um die Uhr Bereitschaftsdienst", erklärt Hein. Ansonsten sei die Frühschicht ab Mitternacht unterwegs.

Über die aktuelle Wetterlage informieren sich die Räumdienste bei einem speziellen Straßenwetter-Infosystem des Deutschen Wetterdienstes. Da liege vormittags eine halbwegs zuverlässige Prognose für die folgende Nacht vor, so Hein. Bei der Straßenmeisterei des Landkreises ist ab 2 Uhr nachts außerdem ein "Rausgucker" unterwegs, der nachschaut, ob es auf den Straßen glitzert. Auch in den kommunalen Bauhöfen herrscht bei Schneefällen oder Eisglätte bereits in aller Frühe rege Betriebsamkeit. "In der Regel geht es um 4 Uhr morgens los", sagt Torsten Voss, Chef des Buxtehuder Bauhofes. Zunächst werden die Hauptstraßen und die Zufahrten zur B73 gestreut. Danach kommen die Wege zu den Schulen und den großen Betrieben an die Reihe. Wenn die erste Welle des Berufsverkehrs anrolle, seien die wichtigsten Verkehrsachsen bereits geräumt und abgestreut, so Voss.

Für die Autofahrer ist Streusalz auf den Straßen allerdings kein Freibrief zum Rasen: "Das Salz ist kein Wundermittel, das sofort wirkt", warnt Straßenmeisterei-Chef Hein: Es entfalte seine volle Wirksamkeit erst, wenn es von den Autoreifen in die Eis- oder Schneeschicht eingewalkt werde, so Hein: "Daher kann es durchaus vorkommen, dass weniger befahrene Straßen noch spiegelglatt sind - obwohl gestreut wurde."