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Hilfeschrei aus dem Hochhaus

Marijanka R. lebt laut eigenen Angaben seit drei bis vier Jahren mit dem Schimmel in ihrer Wohnung
bc. Stade. Dies ist ein erschreckender Blick hinter die Kulissen eines Mietshochhauses: Die Wohnung von Marijanka R.* ist geradezu vom Schimmel zersetzt. Überall Feuchtigkeitsschäden in Bad und Flur. Schwarze Schimmelsporen, die hochgradig gesundheitsschädlich sein können, fressen sich durch die Wand. Es riecht modrig-muffig. „Ich kann hier nicht mehr richtig atmen“, klagt die 62-Jährige.

Das Haus steht an der Grünendeicher Straße im Altländer Viertel, einem sozialen Brennpunkt der Hansestadt Stade. Dass das Gebäude dringend sanierungsbedürftig ist, wird schon bei einem Blick in den Hausflur deutlich. Der graue PVC-Boden quillt hoch, die Wände sind schmutzig, Lampen kaputt.

Seit 2007 lebt Marijanka R. in der rund 55 Quadratmeter großen Wohnung im ersten Stock. „Vor drei oder vier Jahren hat die Schimmelbildung angefangen“, erzählt die krebskranke Frau, die an Krücken gehen muss. Sie bezieht staatliche Grundsicherung, bezahlt nach eigenen Angaben 418 Euro warm für die Wohnung. Ihr großer Wunsch: Dass Vermieter Christian I. die Schäden beseitigt.

Gleiches fordert Hans-Werner S.*. Der 63-Jährige lebt eine Etage über Marijanka R. und hat ähnliche Schimmel-Probleme: „Sogar eine Frau von der Gesundheitsbehörde war schon hier“, sagt er.

Verwalter der Immobilie ist die „HIBB“ aus Hamburg. Die Gesellschaft kündigt in einer Stellungnahme Renovierungsarbeiten an: Der Vermieter wolle in jedem Fall vorhandene Mängel in den Wohnungen beseitigen.

Die Schäden seien vermutlich durch die starken Regenfälle in der vergangenen Zeit entstanden. Am Ausgang des Luftschachtes befinde sich eine Undichtigkeit, sodass Wasser vom Dach ins Erdgeschoss laufen konnte und sich dort gesammelt habe, schreibt der Verwalter dem WOCHENBLATT auf Anfrage.

Auch sei es so, dass die Mängel längst hätten beseitigt werden können, die Mieter R. und S. aber den Hausmeister nicht ihre Wohnung hineinließen. Eine Fachfirma sei bereits mit den Trocknungsarbeiten beauftragt.

Die HIBB kündigt gegenüber dem WOCHENBLATT auch grundlegende Sanierungsarbeiten an: „Der Eigentümer wird das Haus von oben nach unten renovieren. Im obersten Stockwerk wurde damit bereits begonnen.“

Für Marijanka R. bleibt zu hoffen, dass die Arbeiter bald in der untersten Etage ankommen.

* Namen der Redaktion bekannt