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"Kommt da etwa Wasser raus?"

Vor der Skulptur "Anweisung": Sarah Elena Luers und Christian Niehaus hatten das Schild zunächst nicht als Kunstwerk erkannt

Neuer Skulpturenpark am Stader Burggraben stiftet Verwirrung

tp. Stade. Von der Irritation bis zur Nachdenklichkeit reichen die Reaktionen auf den neuen Skulpturenpfand an den Wallanlagen rund um die Altstadt von Stade. Rund anderthalb Wochen nach der Eröffnung der Freiluft-Kunstausstellung mit Werken vor mehr als einem Dutzend internationaler Künstler stecken die Bürger und Besucher der Stadt Stade noch in der Kennenlernphase.
"Kommt da Wasser raus?", fragten die Berufsschülerinnen Charleen Dötze (19) aus Buxtehude und Anna Kettler (18) aus Goldbeck, als sie den Rüssel des kleinen Bronze-Elefanten, Titel “Je ne suis pas une pipe (Ich bin keine Pfeife!)“, des Künstlers Baldur Burwitz erblickten. Die Jungen Frauen vermuteten zunächst, das die Figur eine Art dekorative Bewässerungsganlage für den Park am Burggraben ist. Dann schlossen sie Freundschaft mit dem vermeintlichen Wasserspeier: "Irgendwie süß", urteilten Charleen und Anna und stiegen für einen "Ritt" auf den Rücken des Rüsseltiers.
Gar nicht als Kunstwerk wahrgenommen haben die angehenden Neu-Stader Sarah Elena Luers (23) aus Hollenstedt und Christian Niehaus (23) aus Tostedt die Skulptur „Anweisung“ des Künstlers Matthias Berthold. Dabei handelt es sich um ein schlichtes Schild am Wegrand mit der Aufschrift: "Verhalten Sie sich natürlich". Sarah Elena Luers dazu: "Kunst muss nicht unbedingt schön sein. Wichtig ist, dass sie uns etwas sagen will." Christian Niehaus ist angetan von dem Skulpturenprojekt: "Ich finde es gut. Dadurch muss man sich intensiv mit der Gegend beschäftigen."
Die Skulpturen haben schon Nachahmer zu eigenen Werken inspiriert. Auf vier von der Stadt zur Verfügung gestellten Pflanzsäcken (das WOCHENBLATT berichtete) haben "Kreative" ein Gebilde aus einem Fahrradwrack, Gittern und Vogelhäuschen aufgetürmt und mit weißem Flatterband umwickelt - Titel der Installation: "Farbenrausch weiß."
"Das gehört nicht zu unserem Skulpturenprojekt", sagt Stades Kulturchef Dr. Andreas Schäfer. Klarheit bringen sollen Schilder, die die Stadt in den kommenden Tagen vor den Kunstwerken aufstellen lassen will. Ein Lageplan zur Ausstellung ist ebenfalls im Druck.
• Gratis-Führungen beginnen jeden Samstag um 15 Uhr am Info-Point vor dem Bahnhof.