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Osterhasen-Krise in Dollern

Holger Schlichting bedauert, dass in diesem Jahr mangels Beteiligung weder die Dorfreinigungsaktion stattfinden noch die bunten Sperrholzhasen aufgehängt werden konnten (Foto: lt)
lt. Dollern. Ob bei der Festung Grauerort, in den DRK-Ortsvereinen oder im Sportverein - überall mangelt es häufig an Ehrenamtlichen, die sich engagieren und mit ihrem Einsatz die Zukunft der Vereine sichern und gleichzeitig etwas für die Gemeinschaft tun. Dass die meisten Menschen die vielfältigen Angebote der ehrenamtlich Tätigen gerne nutzen und nicht missen möchten, selber aber oft nicht bereit sind, mitzuhelfen, zeigt sich gerade besonders in Dollern.
Ausgerechnet kurz vorm mit Freude erwarteten Osterfest steckt der Dollerner Osterhase in einer Krise. Während in Bliedersdorf, Nottensdorf und Agathenburg wie jedes Jahr seit 15 Jahren die beliebten bunten Sperrholz-Hasen die Straßen säumen, sucht man die Langohren in Dollern und Horneburg vergeblich. Das liegt u.a. daran, dass sich nicht genug Freiwillige fanden, die bereit waren, die Hasen an den Laternenmasten aufzuhängen. "Ich werde von vielen Leuten angesprochen, wo denn die Hasen sind", sagt Holger Schlichting, vielfältig ehrenamtlich engagiertes Gemeinderatsmitglied aus Dollern. Gleichwohl habe sich niemand gefunden, der ihn bei der Hasen-Aktion unterstützen wollte.
Und es gibt noch ein zweites Problem: Von einst rund 70 Sperrholz-Hasen sind nur noch knapp 15 Langohren übrig. Die anderen sind inzwischen unansehnlich, kaputt und verwittert, bedauert Schlichting. Er hofft auf Sponsoren, die sich bereit erklären, für das kommende Jahr neue Hasen zu stiften. In Schulen und Kindergärten könnten die Sperrholz-Häschen dann z.B. über den Winter angemalt werden.
Im Flecken Horneburg sieht es ähnlich aus. "Die Hasen sind in die Jahre gekommen und sie anzubringen ist sehr aufwendig", erklärt Flecken-Bürgermeister Hans-Jürgen Detje das Fehlen der bunten Osterboten. Man habe sich daher entschieden, die letzten Hasen an interessierte Mitgliedsgemeinden zu verschenken und sich für das kommende Jahr eine neue Oster-Aktion zu überlegen.
"Wir sind offen für Vorschläge, würden aber auch die Hasen-Aktion wieder beleben, wenn die Bürger das wünschen", sagt Detje.
Übrigens: Aufgrund von magelnder Beteiligung musste in Dollern in diesem Jahr erstmals auch noch eine zweite Aktion ausfallen. Da sich nur zwei Bürger zur Dorfreinigung angemeldet hatten, blieb in diesem Frühjahr viel Müll im Ort liegen. 


Moment mal
Vieles von dem, was Ehrenamtliche leisten, wird zu häufig als selbstverständlich hingenommen und nicht weiter hinterfragt.
Erst wenn dann plötzlich etwas anders ist oder nicht mehr gemacht wird, fällt auf, wie viel lebendiger und schöner es vorher war.
Ohne Menschen, die sich für die Gemeinschaft engagieren, sind unsere Dörfer nur halb so attraktiv und lebenswert. Wir sollten uns alle an die eigene Nase fassen und die Aktiven nicht allein im Regen stehen lassen. Am Ende profitiert jeder davon. Lena Stehr