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Polizeioberkommissar Michael Martens: Beliebt für seine klare Kante

Wird für sein Geradlinigkeit von seinen Vorgesetzten geschätzt: Michael Martens (62)
bc. Stade. Ein Leben für die Polizei geht zu Ende: Am Donnerstag feiert Michael Martens offiziell seinen Abschied in den verdienten Ruhestand. Nach 44 Jahren und 304 Tagen im Dienst. Keiner ist aktuell länger bei der Stader Inspektion beschäftigt als der 62-jährige Mann aus Barnkrug, der in Bützfleth groß geworden ist. Als Kontaktbeamter (KOB) ist er eines der Gesichter der Polizei in der Kreisstadt. Ein echtes Urgestein, der für seine Geradlinigkeit bekannt ist. Sein so liebevoller wie authentischer Spitzname: der „Motzer“.

„Wir bedauern es sehr, dass Michael Martens uns verlässt. Gerade seine klare Kante wussten wir zu schätzen. Bis zum Schluss war er motiviert bei der Sache“, sagt sein Vorgesetzter Jens Kohnen, Leiter des sechsten Fachkommissariats für Kinder- und Jugendkriminalität, dem die KOBs unterstellt sind.

Seit 2000 ist Michael Martens als KOB in Stade tätig. Anfangs im Altländer Viertel und in der Innenstadt wurde die Arbeit der insgesamt drei Kontaktbeamten in Stade 2009 neu aufgeteilt. Fortan war er für die Stadtteile Ottenbeck, Hahle, Hagen, Haddorf, Hohenwedel, Schölisch, Schwarzer Berg und Wiepenkathen zuständig.

Der Kontakt zu den Menschen habe ihm besonders viel Spaß gemacht. „Es ist wichtig, den Menschen zuzuhören und ihre Probleme zu erkennen. Man darf sich dabei aber nicht vereinnahmen lassen. Wenn es nicht mehr anders geht, war es auch meine Aufgabe, entsprechende Sanktionen auszusprechen“, erläutert Michael Martens. Andernfalls würde er seine Verantwortung gegenüber allen Bürgern der Stadt sowie seiner Dienststelle nicht gerecht werden.

Die Aufgabe der KOBs lässt sich ganz gut als Präventionsarbeit mit bürgernahem Servicecharakter beschreiben. In seiner Zeit habe sich Michael Martens ein enges Netzwerk mit Schulen, Kindergärten, Kirchen und anderen öffentlichen Einrichtungen aufgebaut. Zum Beispiel bei zahlreichen Verkehrserziehungen und Fahrradprüfungen. „Die Kinder erkennen mich auch nach Jahren noch wieder“, sagt Michael Martens mit einem Lächeln im Gesicht.

Mit seinem manchmal überbordenden Engagement eckte er über die Jahre jedoch auch ab und zu an. Weil er sich einmal angeblich zu sehr in die Angelegenheiten eines Kollegen eingemischt haben soll, erteilte ihm eine Vorgesetzte kurzzeitig sogar ein „Innenstadtverbot“. Die ollen Kamellen sind aber längst vergessen.

Viel lieber erinnert sich Michael Martens an seine Zeit als Diensthundeführer zurück. „Das war eigentlich die schönste Phase meines Berufslebens.“ In seiner neu gewonnenen Freizeit will er sich nun mehr um seinen großen Garten kümmern. Auch sein früheres Hobby der Imkerei möchte er wieder intensivieren.

Die Stelle des KOB von Michael Martens wird übrigens nicht neu besetzt. Derzeit arbeitet die PI Stade an einer Umstrukturierung der Gebiete mit den zwei verbliebenen KOBs Christian Peters und Dirk-Uwe Just.