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Sieht so Grünpflege aus? Stadt macht Tabula rasa

Harald Lamb traute seinen Augen nicht. Plötzlich waren die Mirabellenbäume weg
bc. Stade. Harald Lamb wohnt seit gut zehn Jahren im Neubaugebiet „Justus-Delbrück-Weg“ in Stade. Er liebte es, von seiner Terrasse auf die Natur zu schauen. Der üppig bewachsene Wall vor seinem Grundstück war Heimat vieler Vögel. Jetzt müssen sich die Tiere vorerst wohl eine neue Zuflucht suchen. Die Stadt hat Tabula rasa gemacht.

Radikal wurde der Wall von fast allen Sträuchern, Büschen und Bäumen befreit. Ein Kahlschlag, der in den Augen von Harald Lamb völlig übertrieben war. „Es ist traurig, was die Stadt von Naturschutz hält“, schimpft der Mann.

Der komplette Wall am Rande des Neubaugebiets entlang eines Wanderwegs war in der vergangenen Woche Ziel der „Kommunalen Betriebe Stade“ (KBS). Mit schwerem Gerät rückte die Mannschaft an, hinterließ tiefe Rillen im Wall und schnitt bis auf einige Bäume alles Grünzeug kurz über dem Erdboden ab. „Es gab hier so wunderschöne Mirabellenbäume. Warum mussten die gefällt werden?“, klagt Harald Lamb.

Stadtbaurat Kersten Schröder-Doms begründet die Maßnahme mit der städtischen Verkehrssicherungspflicht: „Wir müssen die Wege begehbar halten.“ Die Natur erobere sich oft schneller als gedacht ihren Raum zurück.

Harald Lamb kontert: „Die Mirabellenbäume standen auf dem Wall und haben in keinster Weise den Weg überwuchert. Ich glaube nicht, dass die so schnell zurückkommen.“ Zumindest nicht in diesem Sommer.