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Vom Schrotthaufen zum maritimen Schmuckstück: 20 Jahre "Greundiek"

Die Vereinsmitglieder haben die "Greundiek" wieder hergerichtet und halten das Schiff in Schuss
lt. Stade. Mit ihren knapp 50 Metern Länge, den zwei Masten und dem auffälligen rot-grünen Anstrich ist die "Greundiek" nicht mehr aus dem Stader Hafen wegzudenken. Dass das Küstenmotorschiff (Kümo) heute schöner und besser in Schuss ist denn je, ist dem Verein "Alter Hafen Stade" zu verdanken. Die engagierten Mitglieder um den Vorsitzenden Dieter-Theodor Bohlmann retteten die "Greundiek" vor genau 20 Jahren vor der Schrottpresse und sind aus gutem Grund stolz auf ihre Leistung.
Für 10.000 D-Mark ging das ehemalige Schulschiff der Seefahrtsschule in Grünendeich 1994 in den Vereinsbesitz über. Die Kaufsumme bezahlte Bohlmann damals in bar, weil "man Schiffe immer bar bezahlt", so der Stader. Ehrenmitglied Anja Hühnke hatte die komplette Summe zur Verfügung gestellt.
Auch bei der Sanierung des schrottreifen Kümos bekam der Verein reichlich Unterstützung. So sponserte der bekannte Altländer Reeder Hans Heinrich (†) eine neue Abdichtung fürs Deck sowie ein neues Brückendeck. Auch der Liegeplatz für die "Greundiek" wurde von einem Vereinsfreund zur Verfügung gestellt.
"Von der Stadt bekamen wir zunächst keine Hilfe und ernteten sogar Kritik an unserem Vorhaben", erinnert sich Bohlmann. Man fragte uns, warum wir "einen Haufen Schrott" in den Hafen holen wollen.
Doch davon ließ sich der Verein, der sich dem Erhalt von Stades maritimem Erbe verschrieben hat, nicht beirren. Mit Hilfe von immer mehr Mitgliedern - darunter viele Schiffsexperten im Ruhestand sowie vom Arbeitsamt vermittelte Hilfskräfte - gelang es nach und nach die marode "Greundiek" auf Vordermann zu bringen. "Dazu waren viel Fantasie und Begeisterung nötig", sagt Bohlmann.
Der Motor der "Greundiek" sprang 2001 zum ersten Mal wieder an. Seit 2003 bietet der Verein Gästefahrten auf dem Stader Kümo an. Das Schiff ist außerdem Außenstelle des Standesamtes und kann für Feiern und Charterfahrten gemietet werden.
Dreimal gingen die Vereinsmitglieder mit der "Greundiek" auch schon auf große Fahrt in Stades schwedische Partnerstadt Karlshamn. Ein seltener Luxus, weil für solch lange Touren um die 4.000 Euro Treibstoffkosten anfallen.
Auch die Unterhaltung der "Greundiek" ist nicht billig. Der Verein freut sich deshalb über jede Spende.
Das Engagement der Kümo-Fans wurde auch schon mehrfach belohnt. U.a. wurde das Schiff 2002 zum schönsten technischen Denkmal Niedersachsens gekürt.
Das größte Ziel des Vereins ist übrigens nach wie vor, dass der alte Hafen wieder für Schiffe geöffnet wird. Dafür müsste die Betonbrücke (Hansestraße) durch eine Klappbrücke ersetzt werden. Bohlmann sieht dabei vor allem auch die Stadt "in der moralischen Pflicht, das maritime Erbe Stades zu würdigen und zu erhalten."

Mehr Infos zur "Greundiek" gibt es auch hier