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Ein Bürgermeister räumt auf

Bürgermeister Horst Deede hat ein Faible für Sauberkeit

Für ein sauberes Dorf stellt sich Horst Deede auch beim Landrat an

tp. Stade-Wiepenkathen. "Das ist eine Katastrophe", schimpft Horst Deede (69, Bürgerliste), Bürgermeister von Stade-Wiepenkathen über Müll im öffentlichen Raum. Für ein schöneres Lebensumfeld krempelt der Lokalpolitiker oft selbst die Ärmel hoch und sammelt Abfall ein - oder er fährt nach Stade und stellt sich bei der Sprechstunde des Landrats Michael Roesberg in der Schlange im Kreishaus an.
Bei der jüngsten Sprechstunde am vergangenen Freitag wartete er "wie jeder normale Bürger auch" fast eine Stunde, um beim Kreis-Verwaltungschef das Dauerärgernis mit wildem Müll in der Wiepenkathener Feldmark auf den Tisch zu bringen.
Gleich elf prall gefüllte Abfallsäcke voll Hausmüll fand ein Spaziergänger am Friedhof Weißenmoor. Deede informierte die Kreis-Abfallbehörde, die für die Entsorgung zuständig ist. Doch nach seinen Angaben wurden die Säcke auch zwei Wochen nach der Beschwerde nicht abtransportiert. Ebenfalls in der Nähe des Friedhofes luden Unbekannte kürzlich drei Tüten voll Hausmüll ab.
Ähnliches Bild am Mühlenweg, einem Wanderweg von Wiepenathen zur Windmühle in Grefenmoor: An dem Freizeitpfad fanden Passanten rund einen Kubikmeter Folie, Fliesen und Schutt.
An einer Rasthütte für Radwanderer nahe der B74 in Wiepenkathen haben Umweltsünder einen ausgedienten Teppich entsorgt. Horst hat den Lankreis gebeten, auch den Teppich abzuholen. "Ich fühle mich verantwortlich", sagt Horst Deede. "Zur Not bringe ich den Müll eigenhändig zur Abfalldeponie des Kreises in Riensförde."
Horst Deede hat schon das nächste Problem ins Visier genommen: "Leere Schnapsflaschen, die Trinker achtlos in Büsche werfen. Ganz schlimm, daran muss sich was ändern." Angesichts der nahenden Tourismus-Saison und Bundesgartenschau in Stade ermahnt Deede die Stadt, Abhilfe zu schaffen.
Der Dorf-Bürgermeister mit dem Reinlichkeits-Faible hat schon oft bewiesen, dass er für seine Mission "saubere Umwelt" selbst gerne aktiv wird: Auf seinem Privatgrundstück an der Freiburger Straße in Stade stellte er eine Parkbank für Bus-Fahrgäste der EVB auf. Rund um die Bank warfen Raucher ihre Zigarettenstummel ins Gras. Deede pickte sie einzeln mit der Müllzange auf. Er zählte 156 Kippen. Auf dem Verkehrskreisel an der Freiburger Straße mäht Deede im Sommer regelmäßig ehrenamtlich den Rasen. Und: Bei der vergangenen Kommunalwahl machte er die Kottüten-Kampagne gegen Hundehaufen an Gehwegen zum zentralen Wahlkampfthema.