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Neue Schule nach Riensförde

So könnte es in einigen Jahren aussehen: Schulen und Kita sollen vom Stadtweg erreichbar sein. Zwischen Schulen und Sportanlagen sowie den Parkplätzen liegen die Bahngleise. Geplant ist eine Unterführung als Geh- und Radweg
bc. Stade. Mit den Stimmen von SPD, CDU und Wählergemeinschaft (WG) hat der Schul- wie auch der Stadtentwicklungsausschuss in einer gemeinsamen Sitzung mehrheitlich für ein neue Oberschule in Riensförde gestimmt, die dort in den nächsten Jahren als Bildungszentrum mit Grundschule, Kindertagesstätte und Vierfeld-Sporthalle entlang der Gleise entstehen wird. Das politische Votum entspricht damit dem Willen der Lehrerschaft der Hauptschule Thuner Straße, die künftig zum großen Teil auch das Kollegium der neuen Oberschule stellen wird und die die Hauptlast der Umstrukturierungen tragen muss, weil sie ihren alten Standort aufgibt, um Platz für die Pestalozzi-Grundschule zu machen.
Letztendlich wog die Politik neben dem Argument, das Altländer Viertel sei für eine neue Schule zu unsicher, das Für und Wider der beiden letztlich verbliebenen Standortalternativen Riensförde und der innenstadtnahen an der Altländer Straße im Bereich Schwingedeich ab. CDU-Fraktionschefin Kristina Kilian Klinge gab zu: „Wir haben uns schwer getan mit der Entscheidung.“ Den „Super-Standort“ gebe es nicht.
Entscheidend sei unterm Strich gewesen, wie sich Eltern und Lehrer an der Hauptschule Thuner Straße positioniert haben und welcher Standort am ehesten für eine Oberschule akzeptiert werde. SPD-Ratsherr Hans Blank:
„Riensförde war bei uns in der SPD gesetzt.“ Monika Ziebarth (SPD) dazu: „Ich möchte keine Schule in einem Gewerbegebiet ansiedeln.“
WG-Fraktionsvorsitzender Carsten Brokelmann erkennt keine großen Verkehrsprobleme durch einen zunehmenden Schulbusverkehr nach Riensförde: „Es sind vielleicht fünf Minuten mehr von der Thuner Straße nach Riensförde.“ Zum Hintergrund: Vor allem Kinder aus Bützfleth müssen künftig längere Schulwege in Kauf nehmen.
Brokelmann sieht zudem Vorteile in Riensförde, was die Kosten angeht, da dort ein Schulzentrum mit nur einer Sporthalle und einer Sportanlage gebaut werden müsste. Außerdem sei die Gründung günstiger. Und: In Riensförde könnte die Schule gemeinsam mit dem neuen Stadtteil wachsen: „Das erhöht die Akzeptanz für die Schule.“ So sei es auch an der Thuner Straße mit dem Stadtteil Kopenkamp gewesen. Außerdem gebe es am Schwingedeich keine Erweiterungsmöglichkeiten für eine Schule.
Wolfgang Ehlers, Sprecher der Gruppe FDP, UBLS und Piraten, stimmte indes gegen den Standort Riensförde. Ihm missfällt vor allem, dass die Verwaltung nach dem Votum der Lehrerschaft bereits eine Vorentscheidung für Riensförde getroffen habe, ohne entsprechende Vorlagen für beide Standorte bereitzustellen. Ehlers: „Das Primat der Politik spielt wohl keine Rolle mehr.“ Eine neue Schule werde nur an den Stadtrand gesetzt, wenn es keine andere Möglichkeit gebe.
Darüber hinaus kritisierte er, weshalb die Möglichkeit einer Integrierten Gesamtschule nicht in Erwägung gezogen wurde. Dann hätten die Schulbezirke neu geordnet werden können und die Schüler hätten nicht so weit fahren müssen. Grünen-Ratsfrau Karin Aval monierte: „Eine solche Entscheidung über einen Schul-
standort zu treffen, ohne die Schülerverkehre vorher analysiert zu haben, geht nicht.“
Auch vom Stadtelternrat gab es Kritik. Er hatte sich vorab mit 13:3 Stimmen für das Altländer Viertel ausgesprochen (das WOCHENBLATT berichtete): „Wir fühlen uns diskriminiert. Unsere Meinung scheint keine Rolle zu spielen“, so der Vorsitzende Dietmar Fritsche.
Die Vorentscheidung ist nun getroffen, die finale Entscheidung fällt bei der Ratssitzung im Juni. Unterdessen hat der Stadtentwicklungsausschuss bereits die Bauleitplanung für das Gebiet in Riensförde auf den Weg gebracht. Der Flächennutzungsplan muss geändert und der Bebauungsplan neu aufgestellt werden.