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Stade will mehr für Radfahrer tun

Christian Ückert hat eine umfassende Analyse des Ist-Zustandes der Radwege in Stade ausgearbeit (Foto: privat)
bc. Stade. Wie kann Stade fahrradfreundlicher werden? Eine Frage, mit der sich eine Arbeitsgemeinschaft seit einiger Zeit beschäftigt. Ein Mitglied dieser AG ist Christian Ückert (47). Er lebt in der Altstadt, fährt viel Rad, u.a. jeden Tag zur Arbeit nach Ottenbeck, und erstellte eine umfassende Analyse zum Ist-Zustand der Radwege in der Hansestadt. Die Politik war davon so überzeugt, dass sie höchstwahrscheinlich im nächsten Rat am 18. Dezember 40.000 Euro in den Haushalt 2018 einstellen wird. Mit dem Geld sollen die dringlichsten Gefahrenstellen beseitigt und unzulässige Regelungen aufgehoben werden. Das WOCHENBLATT nennt einige von Christian Ückert dokumentierte Beispiele:
• An der Thuner Straße werden Fahrradfahrer gezwungen, auf der linken Straßenseite auf dem gemeinsamen Geh- und Radweg zu fahren, obwohl bereits ein Radverkehrskonzept aus dem Jahr 1999 die Empfehlung aussprach, dass Radfahrer die Fahrbahn benutzen dürfen sollten. Gefährlich ist die Situation gegenwärtig vor allem an den Einmündungen, da Autofahrer beide Fahrtrichtungen des Radwegs im Blick haben müssen, Furtmarkierungen - das sind gestrichelte Linien, um den Radweg hervorzuheben - und entsprechende zusätzliche Verkehrsschilder aber in den meisten Fällen fehlen. „Für Autofahrer sind diese Ecken schwer einsehbar“, erklärt Christian Ückert.
Unzulässig sei die Regelung an der Thuner Straße auch deshalb, weil ein gemeinsamer Geh- und Radweg mit Radverkehr in beiden Richtungen eine Mindestbreite von drei Metern aufweisen müsste. Ückert: „Das soll auch dem Schutz der Fußgänger dienen.“
• Eine gefährliche Stelle hat Christian Ückert zudem am Triftgang ausgemacht, einer Hauptroute für Haddorfer und Hahler Radfahrer in die City. „Eine Umlaufsperre zwingt Radfahrer dort langsam zu fahren. Bei Dunkelheit ist diese Sperre aber nur schwer zu erkennen. Etwas Farbe und Reflektoren würden helfen“, so Ückert.
• Ein Beispiel für eine weitere unzulässige Regelung, die über die Jahre vermutlich schlichtweg vergessen wurde, befindet sich am Kuhweidenweg in Ottenbeck. Auch dort werden Radfahrer grundlos durch das blaue Verkehrsschild gezwungen, den Geh- und Radweg auf der linken Seite zu benutzen. Hier könnten Radfahrer stattdessen problemlos die Fahrbahn in beide Richtungen benutzen, so Christian Ückert.
Er ist froh, dass sich in Sachen fahrradfreundliches Stade etwas zu bewegen scheint: „Die bisherige Zusammenarbeit mit dem Stadtrat, aber auch mit der Verwaltung ist sehr konstruktiv.“ Für die Stadt könne es nur gut sein, wenn Alternativen zum Auto gefördert werden.