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Stadt Stade soll "Karten auf den Tisch legen"

Harschenflether Vorstadt: Anlieger fordern mehr Transparenz bei den Planungen / Infoabend

tp. Stade. Die kommenden Jahre werden aufregend für die Anlieger der Harschenflether Vorstadt in Stade. Bis etwa zum Jahr 2020 will die Stadt das ca. 19 Hektar große Sanierungsgebiet am Nordufer der Schwinge komplett umkrempeln. Weil Firmenumsiedlungen zur Diskussion stehen, sind viele Gewerbetreibende verunsichert. Aufklärung erwarten die Anlieger beim Infoabend am Donnerstag, 29. August, um 18.30 Uhr im alten Rathaus.

Die Harschenflether Vorstadt mit ihren schlechten und zu engen Straßen und einer uneinheitlichen Bebauung im Stil der 1960er Jahre soll in ein schickes maritimes Wohn- und Gewerbeviertel verwandelt werden. Privatinvestoren sollen die Gebäude errichten lassen. Mit rund 5,8 Millionen Euro will die Stadt vor allem die Infrastruktur aufwerten und einen Kreisverkehr bei "Kaufland" an der Hansestraße bauen. Zudem ist eine neue "Wischhafener Straße" zum künftigen A26-Anschluss Nord vorgesehen. "Für den Kreisel laufen Gespräche zur Vorbereitungen einer Betriebsverlagerung", sagt der städtische Fachbereichsleiter Bauen und Stadtentwicklung, Nils Jacobs.

Die exakte Trasse der "Wischhafener Straße" sei noch nicht festgelegt, so Jacobs. Flächenerwerb durch die Stadt sei nur für Teile privater Grundstücke erforderlich. "Ob für die betroffenen Betriebe eine Veränderung am Standort oder eine Verlagerung die größten Vorteile bietet, kann noch nicht gesagt werden. Die Planungen stehen ganz am Anfang." Mit der Aufstellung von Bebauungsplänen wolle die Stadt ein verträgliches Nebeneinander von Gewerbe, Wohnen und Dienstleistungen ermöglichen.

Einen "genauen Zeitplan" verlangt Baustoffhändler Wolfgang Schlichting (74) von der Stadt. So lange er nicht wisse, ober er mit seinen 20 Mitarbeitern an dem Standort am Harschenflether Weg bleiben könne, halte er sich mit Investitionen in das Firmengebäude zurück: "Gravierende Umbauten kommen derzeit nicht in Frage." Und: "Jeder ist verunsichert."

"Butter bei die Fische", fordert Jans Nickel (54), Inhaber der "Segelwerkstatt". Nickel, der zehn Mitarbeiter beschäftigt, zögert wegen der Planungsunsicherheit seit rund zwei Jahren mit dem Kauf großer Maschinen. Er spricht von einem "massiven Investitionsstau".

Am Wohnhaus auf dem Firmengelände von Dachdecker- und Klempnermeister André Gally (39) sind größere Modernisierungen nötig. Doch auch er traut sich nicht, höhere Summen in die Immobilie zu investieren. Überdies bezweifelt er, ob sich der Schwerlastverkehr, der mehrmals in der Woche zu seinem Betrieb rollt, mit potenziellen neuen Nachbarbetrieben verträgt. Er fordert, dass die Stadt die Pläne konkretisiert und am Infoabend "die Karten auf den Tisch legt".