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"Wir bauen nicht die ganze Stadt um"

AG "Barrierefreie Stadt" (v. li.): Gerlinde Schilling Verdi-Senioren, Uwe Kowald Rheuma-Liga, Elke Vorwerk VdK, Eddo Post und Wilfried Vagts, beide Seniorenrat, sowie Knut Friese SoVD

Seniorenrat fordert radikal: "Barrierefrei statt barrierearm" / Bürgermeisterin brüskiert

tp. Stade. Brüskiert reagiert Stades Bürgermeister Silvia Nieber (SPD) auf die Kritik des Seniorenrats und der neuen Arbeitsgemeinschaft (AG) "Barrierefreies Stade"am Städtebau. Die Gremien vermissen "Transparenz in der Bauplanung" und verlangen eine Kursänderung bei der Stadtentwicklung von "barrierearm" zu "barrierefrei". Nieber lehnt das ab: "Wir werden nicht die gesamte Innenstadt umbauen."

Die Forderungen basieren auf Beschwerden, die Besucher der Sprechstunden des Seniorenrats vorbrachten. "Wir erfahren immer wieder, wie schwierig es für alte und behinderte Menschen ist, die Dinge des Alltags in der Stader Innenstadt zu erledigen", sagt der Seniorenrats-Vorsitzende Eddo Post. "Im Mai 2013 klagte uns eine Frau mit ihrem im Rollstuhl sitzenden Ehemann ihr Leid."

Der Verein habe die Stadtverwaltung wiederholt auf Probleme in Bezug auf Barrierefreiheit hingewiesen, "ohne dass sich Grundlegendes änderte", so Post. Daraufhin gründete der Seniorenrat die AG "Barrierefreies Stade".

Um ihren Vorschlägen mehr Gehör zu verleihen, holte der Seniorenrat Vertreter der Sozialverbände SoVD und VdK, der Rheuma Liga, der Gewerkschaften Verdi, IG Metall, Bau/Steine/Erden sowie Erziehung und Wissenschaft ins Boot. Die Stadt soll künftig barrierefrei bauen, schnellstmöglich eine Einkaufsmöglichkeit für ältere Menschen in der Innenstadt schaffen, den Mangel an öffentlichen WCs beheben und Stolperfallen wie offene Fugen im Altstadtpflaster beseitigen.
Bürgermeisterin Nieber lässt sich nur bedingt auf die Forderungen ein. Wo die Möglichkeit bestehe, werde Barrierefreiheit geschaffen, ansonsten verfolge die Verwaltung weiter das Ziel einer barrierearmen Innenstadt.

Mit dem Seniorenrat sei ein kontinuierlicher Kontakt vereinbart worden. Die Stadt wolle den Seniorenrat aktuell zu einem Gespräch über die erneute Auslegung des Bebauungsplanes für das verwaiste Ex-Hertie-Areal einladen. Bei dem geplanten Bau eines Kaufhaus-Komplexes "Am Pferdemarkt" sei Barrierefreiheit selbstverständlich berücksichtigt worden, ebenso die Toilettensituation, so Nieber.
Überdies mahnt die Verwaltungschefin den Seniorenrat, Gefahrenstellen im Stadtgebiet sofort zu melden.