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Viele Preise sind im Keller

Axel Lohse (re.) und Hans-Jürgen Brunkhorst (3.v.re.) verabschieden Johann Stelling (2.v.re.)

Stader Saatzucht zeigt sich auf Generalversammlung trotzdem zufrieden


sb. Stade. „Weltwirtschaftlich ist Flaute.“ Mit diesen Worten eröffnete Axel Lohse, Vorstandsmitglied der Stader Saatzucht, am vergangenen Freitag die Generalversammlung der Genossenschaft in der Harsefelder Festhalle. Deutliche Anzeichen der „Windstille“ in der Weltwirtschaft seien der stark gesunkene Rohölpreis sowie die seit mehreren Jahren praktizierte Niedrigzins-Politik der Zentralbank. „Wie dieser Versuch, die Wirtschaft mit einer Geldflutung anzuheben, ausgehen wird, ist derzeit offen“, sagte Lohse.

Der deutschen Wirtschaft gehe es noch gut, so Lohse weiter. Allerdings kritisierte der Vorstandsvorsitzende die zunehmende Regulierungswut der Bundesregierung. Ständig würden neue Gesetze geschaffen, die die Wirtschaft ausbremsten. So sei die Zahlung des Mindestlohns bei der Stader Saatzucht prinzipiell kein Problem. Die damit verbundene Dokumentation jeder geleisteten Minute blockiere in der Personalabteilung jedoch enorme Kapazitäten. Auch behördliche Genehmigungsverfahren würden viel zu lange dauern. So habe die Stader Saatzucht bereits vor Jahren einen Bauantrag für einen Markt-Neubau in Bremervörde gestellt. Eine Genehmigung wurde für Anfang 2016 in Aussicht gestellt. „Allerdings fragen wir uns jetzt, ob der Markt so, wie wir ihn ursprünglich geplant haben, inzwischen überhaupt noch sinnvoll ist“, sagt Lohse. „Eine Aktualisierung der Pläne würde jedoch wieder wertvolle Zeit kosten.“

Mit den Zahlen der Stader Saatzucht im Geschäftsjahr 2014 / 2015 zeigte sich der Vorstand zufrieden. Rückläufige Umsatzerlöse und Roherträge hätten zwar zu einem niedrigeren Ergebnis als im Vorjahr geführt. Insbesondere die Preise für Milch und Schweinefleisch seien stark gesunken. Das wirtschaftliche Eigenkapital sei trotzdem auf 43 Prozent gestiegen. Die ausgezahlte Dividende an die Genossenschafts-Mitglieder beträgt 3,5 Prozent. In den kommenden fünf Jahren plant das Unternehmen Investitionen von zirka 30 Millionen Euro.

Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Brunkhorst kündigte auf der Generalversammlung seinen Ruhestand ab März 2016 an. Der Diplom-Agraringenieur war insgesamt 39 Jahre bei der Stader Saatzucht tätig, davon zwölf Jahre im Vorstand.

Die Aufsichtsrats-Mitglieder Heinz Becker, Friedhelm Brockmann, Angelus Pape und Hermann Schlichtmann wurden in ihren Ämtern bestätigt. Ihr Kollege Johann Stelling stand aus Altersgründen nicht für eine Wiederwahl zur Verfügung. Für ihn gab es jedoch keine Nachwahl, so dass der Aufsichtsrat der Stader Saatzucht jetzt nur noch zwölf Mitglieder zählt.