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Zehn Jahre "CFK Valley Stade" - eine Erfolgsgeschichte

Das CFK-Valley aus der Vogelperspektive vor den Toren der Stadt, hinten das Airbus-Werk (Foto: luftbild.fotograf.de)
 
108 Mitglieder zählt der Verein "CFK Valley Stade" mittlerweile (Foto: Martin Elsen)
bc. Stade. Zwei herausragende Eigenschaften hat der Werkstoff, der Stade als Industriestandort international ein Profil gegeben hat: Carbonfaserverstärkter Kunststoff, kurz CFK genannt, ist ultraleicht und mächtig stabil - aber auch teuer in der Herstellung. Um die Produktion zu automatisieren und damit kostengünstiger zu arbeiten, haben sieben Unternehmen vor zehn Jahren das "CFK Valley" vor den Toren des Airbus-Werks in Stade-Ottenbeck gegründet. Am Donnerstag feierte der Verein „CFK Valley Stade“, der mittlerweile 108 Mitglieder zählt, Geburtstag im Beisein vieler internationaler Gäste.

Die Botschaft, die Vorstandsvorsitzender Dr. Gunnar Merz beim Festakt verbreitete: Die Idee des Stader CFK-Kompetenzzentrums soll in die Welt getragen werden: "Wir wollen in der Champions League spielen, wollen uns mit den Ronaldos der CFK-Branche messen." Passend zur geplanten Internationalisierung war eine japanische Abordnung vertreten. Beabsichtigt ist eine Zusammenarbeit mit der Universität Nagoya.

Weit mehr als 100 Millionen Euro sind in den vergangenen zehn Jahren in Gebäude, Technologie und Forschungsprojekte am Standort Ottenbeck geflossen. Mehr als 1.000 Arbeitsplätze sind in dem Zusammenhang entstanden. Die Nachfrage nach CFK ist sprunghaft gestiegen. Die Branche verzeichnet Wachstumsraten von 15 Prozent.

Im Flugzeugbau verwendet Airbus seit mehr als 30 Jahren CFK im Leitwerk, um Kerosin einzusparen. Was für die Flugzeugindustrie gut ist, kann auch anderweitig eingesetzt werden. Inzwischen ist CFK im Alltag angekommen: ob beim Ski, Tennis- oder Golfschläger, ob bei Carbon-Helmen, bei Bauteilen für Autos und Lkw oder bei Rotorblättern für Windkraftanlagen. Auch im Bauwesen wird zunehmend CFK benutzt, so z.B. als Fassadenverkleidung und Dachmaterial. Beispiel Wolkenkratzer: Gerade im arabischen Raum sind Architekten bei sandigen, instabilen Böden auf leichte Baumaterialien angewiesen. CFK wiegt 30 Prozent weniger als Aluminium, bietet aber eine höhere Festigkeit.

Eine beeindruckende Möglichkeit des Einsatzes von CFK bot bei der Feier am Donnerstag ein Streicher-Quartett aus Hamburg, das auf Carbon-Instrumenten Vivaldi zum Besten gab.


Zehn Jahre CFK Valley - eine Erfolgsgeschichte


2004: Sieben Mitglieder gründen den Verein „CFK Valley Stade“, der mit seinem Namen an das Silicon Valley in Kalifornien (USA) erinnern soll. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten u.a. Airbus und die Stadt Stade. Die ersten Firmen finden im neu gebauten Technologiezentrum (TZS) Platz.

2006: Der Grundstein für das neue Hochschulgebäude wird gelegt, in dem später CFK-Ingenieure ausgebildet werden. Die Private Hochschule Göttingen (PFH) hat den Zuschlag vom Land erhalten, diesen europaweit einzigartigen Studiengang in Stade aufzubauen. Studenten, die hier anfangen, erhalten eine Jobgarantie. Bekommen sie keinen Arbeitsplatz, erhalten sie einen Teil ihrer Studiengebühren zurück. Bislang ist dieser Fall noch nie eingetreten.

2007: Das Dienstleistungszentrum wird eingeweiht. Der Bau war notwendig, weil das TZS zu klein wurde. Erstmals findet in Stade die CFK Convention als internationaler Fachkongress statt. Das Wischhafener Recycling-Unternehmen „Karl Meyer AG“ erhält 1,7 Mio. Fördergelder vom Land, um das CFK-Recycling voranzubringen. Somit lässt sich in Stade von einer geschlossenen Wertschöpfungskette sprechen: alles an einem Standort von der CFK-Ausbildung bis zur Wiederverwertung.

2008: Der Neubau des Composite Campus Stade als Sitz der PFH wird eingeweiht. 100 Studenten sind inzwischen hier eingeschrieben.

2010: Das neue Forschungszentrum "CFK NORD" wird eröffnet. Die Baukosten betragen 26,6 Mio. Euro. Hauptmieter ist u.a. das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt.

2011: Der Infopoint, Sitz der Vereinsgeschäftsstelle, wird eingeweiht. Der weltgrößte Forschungs-Autoklav - eine Art Backofen zur Aushärtung von CFK-Großbauteilen - wird im Forschungszentrum aufgestellt. Der Durchmesser beträgt 5,8 Meter.

2014: Der Verein "CFK Valley Stade" startet mit neuen Strukturen. Hauptamtlicher Vorstandsvorsitzender wird Dr. Gunnar Merz. Dem fünfköpfigen Aufsichtsrat steht Dr. Dieter Meiners vor, früherer Werksleiter von Airbus Stade.