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3D-Druck - Ist das die Zukunft?

Dieter Bielert bei der arbeitet an einem 3-Drucker auf Plastikbasis
 
Mit dem 3D-Drucker möglich: ein Modell der Hamburger St. Jacobi-Kirche
mi. Buchholz. Ein futuristisches Szenario: Im Jahr 2200 gibt es kaum noch Massenproduktion. Stattdessen drucken wir, was gerade benötigt wird, einfach aus. Egal ob Autoreifen, Möbel oder Werkzeug. Der 3D-Drucker macht es möglich. Für kompliziertere Güter stehen Hightech 3D-Druck-Fabriken bereit, die nicht in möglichst großer Stückzahl produzieren, sondern Luxusgüter, Fahrzeuge und sogar ganze Wohnhäuser individuell herstellen.
Noch ist das Zukunftsmusik, doch der 3D-Druck macht rasante Fortschritte. Nicht wenige, die sich mit der Technik auskennen, sprechen von der dritten Industriellen Revolution.
Einer von ihnen ist Dieter Bielert. Der Software-Entwickler hat sich schon früh mit dem Potenzial des 3D-Drucks beschäftigt und machte sich Anfang diesen Jahres mit seiner Firma „3D-Picture“ selbstständig. Vom Firmensitz in Buchholz aus verkauft er verschiedenste 3D-Drucker, vom kleinen Modell für Privatanwender bis hin zum Hightech-Gerät für schlappe 35.000 Euro.
Doch wie funktioniert 3D-Druck? „Experten sprechen nicht von 3D-Druck, sondern vom additiven Verfahren“, erklärt Bielert. Beim Druck entsteht Dreidimensionalität durch millimetergenaues Übereinanderlegen (Addieren) hunderter Einzelschichten. Die Materialien können vielfältig sein. „Es gibt Drucker, die mit Plastik, Papier, Keramik, Gips und sogar mit Metall funktionieren“, erklärt der Fachmann. Bei Plastik wird der Rohstoff erhitzt und dann quasi Schicht für Schicht gespritzt. Beim Papier werden bis zu 700 Schichten mit Klebstoff versehen und mit dem Druck von einer Tonne zusammengepresst. Was herauskommt, ist dann fast so massiv wie Holz.
Und was kann man damit alles machen? „Mit Papierdruckern lassen sich zum Beispiel detail- und maßstabsgetreue Modelle von Bauwerken oder Fahrzeugen und sogar Abbilder von Personen erstellen“, erklärt Bielert.
Solche Modelle eignen sich dann zum Beispiel als Prototypen für die Marktforschung. Schon heute werden laut Bielert 3D-Druckverfahren vielfältig eingesetzt. In der Zahnmedizin helfen Keramikdrucker individuelle Prothesen herzustellen. Auch die Auto- und Flugzeugindustrie druckt schon seit Langem Teile wie Armaturen und Stoßstangen einfach aus.
„Der Technikstand beim 3D-Druck ist mit dem Sprung vom Schwarz-weiß auf das Farbfernsehen vor 40 Jahren vergleichbar. Es ist also in den nächsten vier Jahrzehnten viel Luft nach oben“, sagt Dieter Bielert.
Damit steht er nicht allein. Der US-Ökonom Jeremy Rifkin spricht sogar von einer dritten Industriellen Revolution. In der Tat scheint vieles denkbar, geht der Fortschritt so rasant weiter: Ärzte experimentieren mittlerweile mit dem „Ausdruck“ von Organen und Forschern der Universität Harvard ist es gelungen, eine funktionsfähige Batterie am Drucker herzustellen.
Ist die heutige Massenproduktion mit all ihren Schattenseiten - hoher Materialverbrauch, Umwelt- und Transportkosten - vielleicht bald nur noch ein weiteres Kapitel der Industriegeschichte? Folgt auf die Globalisierung des Produktionssektors die Entglobalisierung zur „Heimwerker-Gesellschaft“, wie einige Soziologen es voraussagen?
Kritische Stimmen bezweifeln das. Zu teuer, zu langsam und von zu schlechter Qualität seien die Verfahren. Dieter Bielert sagt dagegen: „Der 3D-Druck wäre nicht die erste Technologie, deren Potenzial unterschätzt wird. Als das Internet noch militärisches Geheimprojekt war, hätte sich niemand träumen lassen, dass es mal die weltweite Kommunikation revolutioniert.“
• Wer mehr über das Unternehmen von Dieter Bielert erfahren möchte, findet unter http://www.3d-picture.net/viele weitere Infos.