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Wieder Leben auf „Pella Sietas“-Werft

Das erste von insgesamt vier Schiffen der „Mibau Stema Gruppe“, die in Neuenfelde nachgerüstet werden
bc. Neuenfelde. Huch, welch seltener und daher umso schönerer Anblick! Auf der traditionsreichen Sietas-Werft, die seit dem Verkauf an ein russisches Unternehmen „Pella Sietas“ heißt (das WOCHENBLATT berichtete), liegt seit langer Zeit mal wieder ein großes Schiff an der Kaikante. Das erste von vier Schiffen der „Mibau Stema Gruppe“ ist seit vergangenen Freitag in Neuenfelde.

Die Mibau-Schiffe sollen bei „Pella Sietas“ mit umweltgerechter Technik nachgerüstet werden. 14 Tage soll der Einbau eines „Scrubbers“ - zu Deutsch Abgaswäscher - dauern. Dazu muss der Schornstein (Schacht) geöffnet und nach hinten vergrößert werden. Ins Trockendock muss der Pott dafür nicht.

Umweltschutz spielt auch in der Schifffahrt eine immer bedeutendere Rolle. Neue Abgasnormen haben die Rahmenbedingungen für Reedereien verändert. Grenzwerte für den Schwefelgehalt im Treibstoff sind gesunken. Seit Januar müssen die Betreiber von Schiffen entweder sauberen Brennstoff tanken oder Abgase reinigen.

„Mibau Stema“ betreibt den größten Steinbruch Nordeuropas in der Region Stavanger (Norwegen). Für den Transport der Materialien besitzt das Unternehmen eine Flotte von sechs Selbstlöschern, von denen fünf bei Sietas gebaut wurden. Sie können jeweils 33.000 Tonnen laden und über ihr Fördersystem bis zu 3.000 Tonnen Steine pro Stunde selbstständig entladen.

In Neuenfelde wird in den kommenden 20 Wochen ein Schiff nach dem anderen umgebaut. Die Schiffe erreichen die Este-Mündung in einem fünfwöchigen Rhythmus. Der Auftrag ist ein Millionendeal.

Mittlerweile arbeiten laut Auskunft von „Pella Sietas“-Manager Fridtjof Rohde wieder 205 Beschäftigte auf der Werft, nachdem zu Insolvenzzeiten teilweise nur noch ungefähr 40 Mitarbeiter übrig geblieben waren. Ziel ist es, Ende 2016 insgesamt 400 Mitarbeiter zu beschäftigen.

Neue Großaufträge kann Rohde jedoch noch nicht verkünden: „Die Situation ist nicht einfach“, sagt er. Bisher gibt es für die geplanten Neubauten - ein Schlepper, ein Rettungsschiff und einen Eisbrecher – keine Freigabe vom russischen Mutterkonzern. Aufgrund der europäischen Sanktionen gegen Russland ruhen die Projekte derzeit.