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Neues wagen im Kirchenleben: Landesbischof Ralf Meister war zu Gast in Winsen

Auf dem erweiterten Kirchenkreistag (v. li.): Hermann Poppe, Gerhard Koepsel, Landesbischof Ralf Meister, Pastor Georg Wieberneit und Superintendent Christian Berndt (Foto: Wilfried Staake)
ce. Winsen. "Eine sich verändernde Kirche in einer sich verändernden Welt" war das Thema, über das Landesbischof Ralf Meister aus Hannover jetzt als Gast beim erweiterten Kirchenkreistag in Winsen referierte. Rund 160 Vertreter aus Kirche und öffentlichem Leben waren der Einladung ins Gemeindezentrum St. Jakobus gefolgt. Begrüßt wurde Meister von Superintendent Christian Berndt, den Kirchenkreistags-Vorsitzenden Hermann Poppe, Gerhard Koepsel vom Kirchenkreisvorstand und Pastor Georg Wieberneit.
Ralf Meister spannte einen weiten Bogen von den Ängsten der Menschen heute zu den Ängsten der Menschen im Mittelalter zur Zeit Martin Luthers. Dessen großer Verdienst sei gewesen, von einem gnädigen Gott überzeugt zu sein und damit dem Ablasshandel sowie dem falsch verstandenen Bußpilgern seiner Zeit kritisch gegenüber zu treten. Luthers Erkenntnis, allein aus Gnade werde man selig, sei damals eine große Befreiung gewesen. Auch heute sei sie noch zu spüren und - so Meister - "täte der Kirche auch manchmal wieder gut". Die Gruppe der Deutschen, die keiner Religionsgemeinschaft mehr angehörten, bilde inzwischen die größte Bevölkerungsgruppe. Von 80 Millionen Menschen seien etwa 22 Millionen evangelisch und genauso viele katholisch. Die Gesellschaft verändere sich und auch die Kirche müsse und werde sich verändern. Meister erinnerte daran, dass es von 1945 bis heute mehr Kirchenbauten gegeben habe als in den 450 Jahren davor. "Man war der Auffassung, wenn die Wege zur Kirche kürzer würden, steigere sich auch der Kirchenbesuch. Diese Hoffnung hat sich nicht bewahrheitet", erklärte Ralf Meister. Heute würde die Vielzahl der Kirchen zu einer finanziellen Belastung.
Meister ermutigte die Zuhörer, Neues zu wagen, um die Kirche lebendiger zu gestalten. Damit befinde man sich ganz in der Tradition Martin Luthers. "Unsere Aufgabe als Christen ist es, das Wort Gottes in Wort und Tat zu bezeugen", so der Landesbischof. Und so nehme man in Hannover sehr wohl wahr, was im Winsener Kirchenkreis alles für Flüchtlinge getan worden ist. Dies sei schon vorbildlich für Niedersachsen.
Auf die Frage von Kirchenkreistags-Besuchern, ob sich Kirche politisch äußern solle bzw. müsse, regte Meister an, sich durchaus auch in gesellschaftlichen Fragen zu Wort zu melden. "Aber sagen Sie immer, dass Sie es als Christ und aus innerer Überzeugung heraus tun."