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Zum Todestag von Herzogin Dorothea: "Noch 400 Jahre nach dem Tod präsent"

Impressionen: Festakt zum 400-jährigen Todestag von Herzogin Dorothea im Winsener Marstall
bs. Winsen. Anlässlich des Todestages von Herzogin Dorothea von Braunschweig-Lüneburg am 6. Januar, der sich in diesem Jahr zum 400. Mal jährt, hatte jetzt der Heimat- und Museumverein Winsen mit der Arbeitsgemeinschaft Schloss im Marstall zu einem Festakt eingeladen.
Rund 150 Besucher hatten sich dazu am vergangenen Freitag im Erdgeschoss des historischen Fachwerkhauses eingefunden, um den Vorträgen von Frank Lehmann zu König Christian III, dem Vater von Dorothea, zu der lutherischen Frühorthodoxie von Pastor Traugott Wrede sowie zum Leben von Dorothea, zusammengefasst von Ilona Johannsen vom Heimat- und Museumsverein, zu lauschen.
Die dänische Prinzessin Dorothea wurde 1546 in Koldinghuus geboren und heiratete 1561 Herzog-Wilhelm d. J. v. Braunschweig-Lüneburg. Ihre 25-jährige Witwenzeit verbrachte sie auf dem Winsener Schloß. Mit Herz und Härte soll die Herzogin, die unter ihnen Untertanen sehr beliebt gewesen sein soll, regiert haben. "Fünf Wochen nach ihrem Sterbetag am 6. Januar 1617 wurde Dorotheas Leichnam, geleitet von einem riesigen Trauerzug, von Winsen zu Fuß nach Celle überführt. Täglich läuteten zwei Wochen lang eine Stunde die Glocken im ganzen Land. Die Zahl der Trauergäste war so groß, dass auch außerhalb Celles Quartiere bereit gestellt werden mussten. Wer also war diese Frau, der eine solche Beerdigung galt?", referierte dazu Ilona Johannsen. Weiter, so die Historikerin, gebar Dorothea ihrem Mann Wilhelm, der als geisteskrank galt, 15 Kinder. Nach seinem Tod 1592 nahm die Herzoginwitwe die Verwaltung ihres Amtes vom Winsener Schloss aus energisch in die Hand. Die Winsener, so Johannsen, profitierten von Dorotheas Regentschaft, denn die Herzogin, die zur Anhängerschaft von Luther gehörte, verteilte großzügig Spenden an Hilfsbedürftige und brachte der Stadt den wirtschaftlichen Aufschwung. Im Gegensatz zu dieser Güte, stehen aber zahlreiche, grausame Hexenprozesse, die die Herzogin zu verantworten hatten.
Heimatvereins- Vorsitzender Klaus Benndorf freute sich über die große Anzahl der Gäste, unter denen sich auch Winsen Bürgermeister André Wiese befand. "Das zeigt, dass die Frau, derer wir heute gedenken, auch noch nach 400 Jahren präsent ist", so der Vorsitzende in seiner Ansprache.
Zwischen den Vorträgen sorgte Renaissance-Musik mit Klaus Dieter Mayerl und Walter Langhans sowie Renaissance-Tänze des historischen Tanzkreis Lüneburg um May Pause, für passende Unterhaltung.