Keiler auf nächtlichem Streifzug durch Apensen
Wildschwein sorgt für Aufregung im Ort

Symbolfoto: Biomüll ist eine leicht erreichbare Nahrungsquelle für das Wildschwein | Foto: KI-generiert
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Mitten in der Nacht sorgt ein ungewöhnlicher Besucher für Aufregung in Apensen: Ein Keiler streift seit mehreren Wochen durch die Ortschaft und wird immer wieder von Anwohnern gesichtet. Auch vor Gärten, Straßen und sogar dem Bereich der Oberschule macht das Wildschwein offenbar nicht Halt.

Nächtliche Begegnung im eigenen Garten

Für Silke Sylvester wurde die Begegnung mit dem tierischen Besucher zu einem unvergesslichen Erlebnis. Gegen 22.30 Uhr hörte sie verdächtige Geräusche in ihrem Garten. Gemeinsam mit ihrem Hund ging sie nach draußen, um nach dem Rechten zu sehen.

Doch kaum hatte der Vierbeiner den Garten betreten, machte er kehrt und lief sofort zurück ins Haus. Wenige Augenblicke später wurde auch klar, warum: Direkt im Garten stand ein ausgewachsener Keiler.

„Er schaute mich an und blieb ganz ruhig“, berichtet Silke Sylvester. Anschließend trottete das Wildschwein gemütlich auf das Nachbargrundstück, warf dort eine Biomülltonne um und machte sich über deren Inhalt her. Für die Anwohnerin ein Schreckmoment, den sie so schnell nicht vergessen wird.

Keiler wird seit Wochen im Ort gesichtet

Nach ihrem Erlebnis hörte sich Silke Sylvester im Ort um – und stellte fest, dass sie mit ihrer Beobachtung keineswegs allein ist. Der Keiler soll bereits seit einigen Wochen immer wieder innerhalb der Ortschaft unterwegs sein. Sichtungen gab es nach Angaben von Anwohnern unter anderem im Bereich der Oberschule in Apensen sowie im benachbarten Beckdorf.

Besorgte Bürgerinnen und Bürger wandten sich bereits an die Polizei und die Gemeinde. Doch die Handlungsmöglichkeiten sind begrenzt.

Warum der Keiler nicht einfach gejagt werden kann

„Innerorts dürfen wir nicht jagen“, erklärt Clemens Schulz, einer der Jäger in Apensen. Das Wildschwein könne sich derzeit zudem besonders gut verstecken. Der Grund: Die Felder rund um die Ortschaft bieten durch hoch gewachsenes Gras und Getreide ideale Deckungsmöglichkeiten.

Ist der Keiler außerhalb der bebauten Bereiche unterwegs, wird versucht, die Situation im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten zu lösen. Schulz formuliert dies vorsichtig: „Wenn er in der Feldmark unterwegs ist, wird er im Rahmen des Möglichen gejagt.“

So sollten sich Anwohner verhalten

Auch wenn Wildschweine Menschen normalerweise meiden, sollten Begegnungen nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Wer den Keiler sieht, sollte ausreichend Abstand halten und sich bemerkbar machen.

„Wildtiere sind schreckhaft und nähern sich Menschen in der Regel nicht“, sagt Clemens Schulz. Dennoch sei Vorsicht geboten. Insbesondere verletzte oder kranke Tiere könnten unberechenbar reagieren.

Der Jäger rät deshalb dringend davon ab, sich dem Tier zu nähern oder es gar zu füttern. Stattdessen sollten Anwohner dafür sorgen, dass der Keiler innerhalb der Ortschaft möglichst keine Nahrungsquellen findet.

Biomülltonnen und Futterquellen sichern

Gerade offen zugängliche Biomülltonnen, Fallobst oder andere Futterquellen könnten das Wildschwein anlocken. „Je wohler er sich bei uns fühlt und je mehr Fressen er findet, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er bleibt“, erklärt Schulz.

Redakteur:

Nicola Dultz aus Buxtehude

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