Apensens Samtgemeinde-Bürgermeisterin Beckmann-Frelock und Ratsmitglieder liegen im Clinch
Tiefe Gräben in der Politik

Ratsvorsitzender Christian Wilkens (CDU) und Samtgemeinde-Bürgermeisterin Petra Beckmann-Frelock bei der Ratssitzung im Beekhoff
  • Ratsvorsitzender Christian Wilkens (CDU) und Samtgemeinde-Bürgermeisterin Petra Beckmann-Frelock bei der Ratssitzung im Beekhoff
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sla. Apensen. Den Apensener Bürgern wird von der Politik derzeit einiges zugemutet. Obwohl die Ratssitzung vergangenen Mittwoch in den Beekhoff verlegt worden war, um hier endlich eine bessere Akustik vorzufinden als bislang in der Apensener Sporthalle, mussten die Bürger bei dem für 20.30 Uhr sehr spät angesetzten öffentlichen Teil auch noch fast eine Stunde vor der Tür warten, bis ihnen nach der zuvor nicht-öffentlichen Sitzung endlich um 21.15 Uhr Einlass gewährt wurde. Zu Recht beschwerten sich Apensens ehemaliger Gemeindebürgermeister Kurt Matthies und einige Bürger darüber gleich zu Beginn. Andreas Steltenpohl (CDU) äußerte daraufhin Bedenken an der Rechtmäßigkeit der Sitzung, weil möglicherweise die Öffentlichkeit nicht hergestellt sei. Er wies darauf hin, dass man die Verwaltungschefin Petra Beckman-Frelock zuvor über die für den Verwaltungsausschuss viel zu lange Tagesordnung hingewiesen habe. Die Kommunalaufsicht solle den Vorgang nun prüfen.
Schon seit längerem wird der Verwaltungschefin von den meisten Ratsmitgliedern unzureichende Vorbereitung vorgeworfen und insbesondere von Steltenpohl keine Gelegenheit für verbale Attacken ausgelassen. Verständnis für die junge Samtgemeinde-Bürgermeisterin zeigten lediglich UWA-Parteikollege Stefan Reigber und Jan Gold (CDU), der den Streit auf die frühere Headhunter-Affäre und den Sieg Beckmann-Frelocks bei der Bürgermeisterwahl, der nicht im Sinne der Ratsmitglieder gewesen sei, zurückführt, wie er an dem Abend erklärte.
Bei nahezu jedem Tagungsordnungspunkt wurden die Unstimmigkeiten zwischen Rat und Bürgermeisterin deutlich. Bei der hitzigen Diskussion um das von Beckmann-Frelock erteilte Rauchverbot am 1. Oktober im Rathaus wurden insbesondere die tiefen Gräben zwischen ihr und ihrer Mitarbeiterin Sabine Benden offensichtlich. Die von der Bauamtsleiterin, die starke Raucherin ist, vorgelegte Alternative für einen neuen Raucherraum im oberen Flur des Rathauses mit Kosten von 900 Euro lehnte Beckmann-Frelock ab, da ein Rauchverbot in dem öffentlichen Gebäude überfällig sei. "Ich rauche dort schon seit über dreizehn Jahren im Rathaus", protestierte Benden lautstark. Auch zum Thema Kita-Gebühren ging es scharf zur Sache. "Ich lasse mich von Ihnen nicht vorführen, machen Sie mal Ihren Job", sagte Benden zu Beckmann-Frelock, als diese um eine Kostenaufstellung bat.
Auch der Antrag auf Akteneinsicht aller Fraktionen zu den Kosten der Kita Arche Noah (das WOCHENBLATT berichtete) avancierte zum Mega-Streitthema. Beim kurzfristigen Besuch von Christian Wilkens (CDU) und Peter Löwel (Grüne) im Rathaus zur Akteneinsicht hätten sie keine vollständige Akte vorgefunden. Der Besuch wäre einen Tag zuvor und ohne festen Termin angekündigt worden, sagte dazu Beckmann-Frelock. "Das ist alles nur ein Ablenkungmannöver von der damaligen Kündigung der Kirchenverträge", meint Reigber.
Nach Vorwürfen und Attacken endete kurz nach 23 Uhr die nervenaufreibende Sitzung und etliche Bürger zeigten sich hinterher von der Art und Weise entsetzt, wie die von ihnen gewählte Samtgemeinde-Bürgermeisterin mürbe gemacht werde.

Autor:

Susanne Laudien aus Buxtehude

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