„Vielfalt ist bei uns normal“

Kone Siaka (2. v. re.) mit den Kollegen und seinem Chef Karsten Egler (re.)
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Arbeitgeber aus Tötensen und Buchholz schaffen Integrationsmöglichkeiten und beschäftigen Flüchtlinge

as. Tötensen/Buchholz. as. Tötensen/Buchholz. Kone Siaka (33) ist jeden Tag um 8 Uhr in der Werkstatt. Seit November macht er im Autohaus Egler in Tötensen ein Praktikum. Kone, der in seiner Heimat Elfenbeinküste beruflich Reifen gewechselt hat, ist froh, eine Beschäftigung zu haben. „Die Arbeit macht mir Spaß. Meine Kollegen sind nett und helfen mir viel“, berichtet Kone, der seit Juni 2015 in Deutschland ist.
Auch die Mitarbeiter arbeiten gern mit ihm zusammen, erklären ihm langsam die Arbeitsschritte auf Deutsch, lassen ihn wiederholen. Seine Deutschkenntnisse haben sich im Laufe des Praktikums bereits merklich verbessert. „Kone will arbeiten, das merkt man. Er ist sehr interessiert und lernt schnell“, freut sich Karsten Egler über seinen Praktikanten. Egler, der im Vorstand des FC Rosengarten ist, organisiert Fußballtraining für Flüchtlinge. Als er erfuhr, dass es für die jungen Flüchtlinge die Möglichkeit gibt, ein dreimonatiges Betriebspraktikum zu machen, zögerte er nicht lange und bot Kone einen Platz an. Er rät auch anderen Betrieben dazu, Flüchtlingen eine Chance zu geben, und nicht vor dem bürokratischen Aufwand zurück zu schrecken. Er ist von Kone so begeistert, dass er nun überlegt, wie er ihn weiter beschäftigen kann.
Auch Frauke Petersen-Hanson berichtet von Wartezeiten für die notwendige Arbeitserlaubnis. Die Franchise-Nehmerin von vier McDonald‘s-Filialen hat jüngst zwei Flüchtlinge eingestellt. Arbeitgeber sollten keinesfalls vor den administrativen Herausforderungen zurückschrecken, sondern die Gelegenheit nutzen, motivierte Menschen in Arbeit zu bringen, ist sie sich sicher. Sie spricht sich für ein Aussetzen der Vorrangprüfung zugunsten einer schnelleren Arbeitsaufnahme der Flüchtlinge aus. „Arbeit ist eine gute Chance, sich in ein neues Umfeld zu integrieren“, ist sie überzeugt.
Mohamud Farah aus Somalia freut sich über die Chance, die ihm bei McDonald‘s in Dibbersen geboten wird. Damit Farah weiterhin seinen Integrationskurs besuchen kann, wurden seine Arbeitszeiten an den Unterricht angepasst. „Meine Kollegen sind sehr nett und hilfsbereit. Ich möchte gern noch mehr lernen, um sie besser unterstützen zu können“, so Farah. Zurzeit arbeitet der 20-Jährige an der Burger-Station. Wenn sich seine Deutschkenntnisse verbessert haben, wird er, wie alle neuen Mitarbeiter, auch die anderen Stationen durchlaufen und im Service tätig sein. „Mohamud ist motiviert und hoch engagiert“, berichtet Nadine Dehnbostel, Restaurantmanagerin der Dibbersener Filiale. „Vielfalt ist bei uns normal“, sagt sie. Und Frauke Petersen-Hanson ergänzt: „Es zählt nicht woher man kommt, sondern wohin man will.“

Autor:

Anke Settekorn aus Rosengarten

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