"Mich hat der Bedarf auch schockiert"
Buchholz benötigt bis 2024 rund 500 weitere Kitabetreuungsplätze

Der Neubau der Kita an der Klaus-Groth-Straße deckt den Bedarf an neuen Betreuungsplätzen bei Weitem nicht
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  • Der Neubau der Kita an der Klaus-Groth-Straße deckt den Bedarf an neuen Betreuungsplätzen bei Weitem nicht
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os. Buchholz. "Wir stehen vor einer Herkulesaufgabe, den Bedarf an Betreuungsplätzen in unseren Kindertagesstätten zu decken!" Das sagte Sozialdezernent Dirk Hirsch bei der jüngsten Sitzung des Buchholzer Stadtrates. Dieser votierte einstimmig für ein Maßnahmenpaket, das die Betreuungssituation in der Nordheidestadt verbessern soll, die Stadt aber an ihre finanziellen Grenzen bringen kann.
Die SPD hatte den Antrag zur Erstellung eines Konzeptes zum Ausbau der Kindertagesstätten bereits im Jahr 2017 auf den Weg gebracht. In dessen Zuge überarbeitete die Stadtverwaltung den Kitabedarfsplan aus dem Jahr 2016. Ergebnis: Die dortigen Prognosen decken sich nicht mit dem tatsächlichen Bedarf. "Mich hat dieser Bedarf auch schockiert", erklärte Hirsch. Bis zum Kita-Jahr 2023/24 müssen in der Buchholz demnach rund 500 Betreuungsplätze zusätzlich geschaffen werden - 313 Elementarplätze für Kinder zwischen drei und sechs Jahren sowie 192 Krippenplätze für bis zu dreijährige Kinder.
Klar ist: Die derzeitigen Neubauten, z. B. des städtischen Kindergartens an der Klaus-Groth-Straße, werden bei Weitem nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken. Die Verwaltung kündigte in einer Drucksache an, auch alternative Unterbringungsmöglichkeiten in angemieteten Räumen sowie die schlüsselfertige Realisierung durch externe Bauträger zu prüfen.
Die Umsetzung des Konzepts wird auf jeden Fall teuer. Investiert die Stadt Buchholz heute rund zehn Millionen Euro jährlich in die Finanzierung der Kinderbetreuung, werden es laut Hirschs Rechnung ab dem Kita-Jahr 2023/24 ca. 14 Millionen Euro pro Jahr sein. "Die Finanzierung wird uns Kopfzerbrechen bereiten", warnte Hirsch. Schon jetzt ist der Haushalt nur mühsam ausgeglichen, zuletzt musste der Neubau des Mühlentunnels aus finanziellen Gründen vorerst ad acta gelegt werden (das WOCHENBLATT berichtete).
Ein weiteres Problem treibt Dirk Hirsch um: der Fachkräftemangel. Schon heute habe die Stadt Probleme, genügend Erzieherinnen und Erzieher für die rd. 1.700 Betreuungsplätze zu finden. Für die 500 weiteren Plätze müsse man 100 zusätzliche Erzieher anstellen, rechnete Hirsch vor. Wo diese herkommen sollen, steht in den Sternen, denn längst befinden sich die Kommunen im Wettstreit um die verfügbaren Erzieher.
Hirsch verdeutlichte, dass der Ausbau der Kitabetreuungsplätze eine Pflichtaufgabe sei. "Die Bürger haben kein Verständnis dafür, wenn sie keinen Platz für ihr Kind erhalten", betonte Hirsch. Er erneuerte seine Kritik an der fehlenden Finanzierungsbeteiligung von Bund und Land Niedersachsen. "Es wird immer nur vom Gute-Kita-Gesetz aus Berlin oder der Beitragsfreiheit aus Hannover berichtet. Die Auswirkungen dieser Gesetze tragen die Kommunen", so Hirsch.
"Die anstehenden Ausgaben sind ein ziemlicher Brocken", erklärte SPD-Ratsherr Dr. Jan Christian Dammann. Man müsse diese Investition aber tätigen: "Für mich ist Bildung eine Voraussetzung für Teilhabe am Leben, und Kitas sind vorrangig Bildungseinrichtungen", sagte Dammann. Erstmal seien die Pläne nur ein Stück Papier. "Ich hoffe, dass der Rat bei der Umsetzung konsequent bleibt", warb der SPD-Ratsherr.

Der Neubau der Kita an der Klaus-Groth-Straße deckt den Bedarf an neuen Betreuungsplätzen bei Weitem nicht
Sozialdezernent Dirk Hirsch: "Das wird eine Herkulesaufgabe"

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