Die Schattenseite des Biogas-Booms

Gewässerschützer weisen darauf hin: Die Nitratbelastung in Flüssen (hier die Oste im Landkreis Stade) steigt wieder an
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Wasserschützer schlagen Alarm: Nitratbelastung unserer Flüsse steigt wieder an

(rs). Längst zählt Niedersachsen zu den Bundesländern mit der höchsten Viehbesatzdichte und der höchsten Biogasanlagenleistung. Der Gewässerschutz blieb auf der Strecke. Der VSR-Gewässerschutz warnt: Erstmals seit Jahren nimmt die Nitratbelastung von Flüssen wieder zu.
Der bundesweit agierende gemeinnützige Verein hat beispielhaft die Wümme und ihre Nebenbäche unter die Lupe genommen und festgestellt, dass der Fluss bereits im kleinen Tostedter Ortsteil Wümme mit 15,4mg/l Nitrat belastet ist, wenige Kilometer weiter, bei Rotenburg, sind es bereits 27,5 mg/l. Für einen guten Wasserzustand zulässig wären maximal 11mg/l. "Damit zählt die Wümme zu den Flüssen, die bis 2015 die EU-Wasserrahmenrichtlinie nicht einhalten wird", so VSR-Sprecher Harald Gülzow. Ähnliche Werte könnten nach Ansicht von Umweltschützern auch für andere Flüsse der Region, z.b. Este und Oste, inzwischen erreicht sein.
Die Gründe für die steigende Nitratbelastung unserer Gewässer liegt für die Fachleute auf der Hand: Nitrateinträge im zusickernden Grundwasser, Drainagen und Abschwemmungen, bedingt durch die stark steigende Massentierhaltungen und immer mehr Biogasanlagen, stellten eine viel zu große Belastungsquelle dar. Am Ende gelangen die Schadstoffe in die Nordsee, wo laut Umweltbundesamt (UBA) 2006 erstmals wieder eine Zunahme der Nitratbelastung festgestellt wurde. Diese Zunahme könnte nach Meinung des UBA unter anderem auf den verstärkten Anbau von Energiepflanzen für die Biogaserzeugung zurückzuführen sein. Durch die Untersuchung der Wümme durch die Gewässerschützer wird dieser Verdacht erhärtet.
Während zu Beginn des Biogasbooms vor allem die traditionellen landwirtschaftlichen Reststoffe zur Stromerzeugung dienten, stammen inzwischen 80 Prozent der in Biogasanlagen erzeugten Energie aus angebauten Pflanzen, hauptsächlich Mais, so der VSR. Grund: ein staatlicher Bonus für den Einsatz von Energiepflanzen. Hinzu kommt: Mais-Gärreste aus Biogasanlagen gehören laut VSR nicht zum Wirtschaftsdünger. Deshalb gelte auch nicht die Stickstoff-Obergrenze der Düngeverodnung. Die Gärreste können, so VSR, nahezu unbegrenzt ausgebracht werden. Die Forderung der Gewässerschutz-Experten: eine neue Düngeverordnung, Wegfall der Prämien für den Maisanbau und Alternativen zu Mais als Energiepflanze.

Autor:

Reinhard Schrader aus Buchholz

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