Buchholz
Grünes Licht für neuen Feuerwehrhaus-Standort

Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse erläuterte die Pläne | Foto: bim
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Die neue Feuerwache für die Ortswehr Holm soll auf einem Grundstück in Holm-Seppensen am Lohbergenweg/Eidigweg errichtet werden. Das hat der Buchholzer Ausschuss für Bauen, Ordnung, Feuerschutz und Kommunalbetrieb in seiner jüngsten Sitzung einstimmig empfohlen. Die Fläche am "Schoolsolt" mit der Streuobstwiese wird also nicht mehr für den Bau der Wache in Anspruch genommen (das WOCHENBLATT berichtete). 

Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse ließ die Standortsuche erneut Revue passieren. Ausgangspunkt sei der Neubau des Feuerwehrhauses für die Ortswehr Sprötze gewesen und wo man dieses am besten verortet, damit die Hilfsfristen eingehalten werden. Schon damals war klar, dass auch die Ortswehr Holm früher oder später einen neuen Standort benötigt. Ein Gutachterbüro ermittelte 2017 im Rahmen des Feuerwehrbedarfsplans als idealen Standort ein Grundstück an der Buchholzer Landstraße/Lohbergen Weg. Dort konnte aber kein Feuerwehrhaus realisiert werden wegen des Rewe-Marktes sowie der dortigen Wohn- und Geschäftshäuser. 
Ein 2.500 Quadratmeter großes Grundstück am Eidigweg sei zu klein gewesen. Somit wurde das städtische Grundstück am Tostedter Weg/Ecke Buchholzer Landstraße als neuer Feuerwachen-Standort ins Auge gefasst. Für die entsprechende Bebauungsplanänderung gibt es auch einen mehrheitlichen Ratsbeschluss.

Der  Grundstücksnachbar am Lohbergenweg habe auf seiner Fläche zunächst eine Seniorenwohnanlage bauen wollen, sodass die Fläche nicht für die Stadt zur Verfügung stand. Mangels Kanalanschluss und Verrieselungsmöglichkeit habe das Altenwohnen dann nicht realisiert werden können. Und als der Grundstückseigentümer Ende Januar/Anfang Februar in anderer Sache im Rathaus vorstellig wurde, ergriff Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse die Gelegenheit zum Gespräch. Zu einem "angemessenen Preis" habe die Stadt diese "Gemeindebedarfsfläche" erwerben können. Somit könne der Feuerwehrhausneubau auf dem nun zur Verfügung stehenden 5.528 Quadratmeter großen Grundstück "in der Mitte der Ortschaft" viel schneller realisiert und der Bebauungsplan im vereinfachten Verfahren geändert werden.

Bedenken wegen
Verzögerungen durch Schranken

Bedenken, dass Einsätze der Feuerwehr wegen geschlossenen Schranken am Bahnübergang verzögert würden, räumte Röhse aus. Bei 32 Einsätzen der Wehr an 365 Tagen im Jahr 2024 sei die Wahrscheinlichkeit eines Einsatzes bei zeitgleich geschlossenen Schranken nicht ausgeschlossen, aber statistisch gering.

In der Einwohnerfragestunde hatte eine Anwohnerin die Frage nach Emissionskonflikten zur Wohnbebauung aufgeworfen - also Lärm durch Feuerwehrsirenen und Übungsabende. Röhse verwies darauf, dass das jetzige Grundstück im Bebauungsplan auch zuvor für eine öffentliche Nutzung vorgesehen sei, es aber im Zuge des Verfahrens auch ein Emissionsgutachten und eventuell daraus resultieren Maßnahmen geben werde. Aber auch andere Feuerwehrhäuser seien von Wohnbebauung umgeben.

Holms stellvertretender Ortsbrandmeister Felix Wanke erklärte, dass Feuerwehren laut Straßenverkehrsordnung verpflichtet seien, zu Einsätzen mit Blaulicht und Martinshorn zu fahren, um Sonderrechte wahrzunehmen, also sich den Weg an Kreuzungen zu bahnen. Das Martinshorn werde aber erst an der Kreuzung eingeschaltet oder wenn der Lohbergenweg voll ist. "Die Feuerwehrleute versuchen, keinen unnötigen Lärm zu verursachen", so Wanke.
"Wir sind mit den Anwohnern im Gespräch, auch zu deren Bedenken, und werden uns im weiteren Verfahren austauschen, um eine Planung hinzubekommen, die möglichst allen gerecht wird", so Röhse.

Einwohnerantrag 
wurde abgelehnt

Gegen die von Verwaltung und politischer Mehrheit zwischenzeitlich für den Feuerwehrbau favorisierten Fläche am Schoolsolt gab es einen Einwohnerantrag, der von rund 1.900 Bürgerinnen und Bürgern unterstützt wurde. Darin wurde gefordert, das laufende Flächennutzungs- und Bebauungsplanverfahren am Schoolsolt (Feuerwehrneubau plus Wohnbebauung) zu stoppen und für die zu errichtende neue Feuerwache die erforderliche Grundstücksfläche am Standort Hoge Luft zu kaufen, um den "am Schoolsolt vorhandenen artenreichen Mischwald und die Streuobstwiese dauerhaft zu erhalten." Aufgrund des nun zur Verfügung stehenden Grundstücks am Lohbergenweg/Eidigweg hat sich der Antrag zum Teil erledigt und wurde vom Fachausschuss bei einer Enthaltung abgelehnt.

Allerdings: Damit die Stadt mit ihrer schwierigen Haushaltslage den Kauf der Fläche am Lohbergenweg finanzieren kann, solle ein Teil der Fläche am Schoolsolt veräußert werden. Somit wird früher oder später auch ein Teil des dortigen Mischwaldes einer Bebauung weichen müssen.

Dr. Martin Dieckmannn (Buchholzer Liste) plädierte dafür, dass das Baufenster nicht voll ausgeschöpft und möglichst viel Wald erhalten bleibe. Dem entgegnete Bernhard Unger (CDU), dass der Bebauungsplan seit 1999 bestehe und die Fläche somit seit 25 Jahren hätte bebaut werden dürfen. Bürgermeister Röhse betonte, für den Mischwald werde es einen Ausgleich geben, und der Grundstücksverkauf bedürfe der Zustimmung des Rates.

"Streuwi" ist raus - neue Fläche fürs Holmer Feuerwehrhaus
Redakteur:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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