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Keine Corona-Notbremse im Landkreis Stade

Oststadt: Treffen der Gegner

Die Gegner der Oststadt versammelten sich vor dem Feld am Krützbarg, das für eine Wohnbebauung vorgesehen ist
  • Die Gegner der Oststadt versammelten sich vor dem Feld am Krützbarg, das für eine Wohnbebauung vorgesehen ist
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Kritiker warnen vor negativen Auswirkungen einer großflächigen Bebauung

os. Buchholz. Auf Einladung einer Nachbarschaftsinitiative um die Initiatoren Grit Weiland, Dr. Jürgen Dee und Rainer Gülzow haben sich jüngst rund 100 Buchholzer im Wohngebiet rund um den Krützbarg versammelt, um sich über die geplante Oststadt und eine mögliche Ostumfahrung zu informieren. Die Bürger, unterstützt von Politikern der Buchholzer Liste, machten dabei deutlich, dass sie gegen die Planungen sind, die jüngst nach Werkstätten für Bürger und Stadtrat auf den Weg gebracht worden waren (das WOCHENBLATT berichtete).
Wenn die Planungen umgesetzt würden, bedeute das die Zerstörung und Zerschneidung von Natur und Landschaft in großem Umgang, kritisierten die Initiatoren. Zudem sei man unzufrieden damit, wie die Vorschläge und Empfehlungen von „Bürger- und Ratswerkstatt“ zustande kamen. Das, was als „klares Bürgervotum“ in die Öffentlichkeit getragen werde, komme nicht von „den Buchholzern“, sondern von weniger als 50 ausgewählten Bürgern. Es sei nicht um eine ergebnisoffene Diskussion gegangen, sondern um einen Wunsch der Stadtverwaltung und großer Teile der Politik, der in den Werkstätten nur abgesegnet werden sollte. Auch sei unklar, wie die Stadt zu einem Wohnungsbedarf allein in der Oststadt von 3.000 bis 4.000 Menschen komme, kritisieren die Oststadtgegner. Sie schlagen stattdessen die Sanierung und Bebauung der Rütgersfläche in Bahnhofsnähe vor.
„Wir haben vereinbart, dass wir uns in Zukunft weiter engagieren wollen“, erklären die Initiatoren. Man wolle eine Stadt für die Menschen als Zuhause und nicht für Renditen von Investoren. Wer mitmachen wolle, könne sich unter oststadtnein@gmx.de melden.

AUF EIN WORT

Dialog statt Unterstellungen

Dass die Nachbarschaftsinitiative Kritik an der Oststadt übt, ist ihr gutes Recht. Die Methode halte ich allerdings für fragwürdig: Anstatt mit der Stadt und der Politik in den Dialog zu treten, arbeitet die Initiative mit Unterstellungen und Halbwahrheiten - und tut damit genau das, was sie Verwaltung und weiten Teilen der Ratspolitik vorwirft, nämlich intransparente Entscheidungen zu treffen.
Der Oststadt-Prozess steht ganz am Anfang. Bislang wurden nur die Rahmenbedingungen besprochen worden, noch keine einzige Baumaßnahme ist beschlossen oder in Stein gemeißelt. Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse hat mehrfach öffentlich betont, das der Prozess fließend sein soll - die 1.500 Wohneinheiten werden nicht auf einmal entwickelt. Wenn weniger Bedarf da ist, werden weniger Wohnungen gebaut, betont Röhse. Mit zehnstöckigen Hochhäusern zu drohen, wie es die Initiative in ihrem Flyer tut, halte ich für unlauter.
Wenig hilfreich ist auch das typische St.-Florians-Prinzip, das die Initiative anwendet. Baut bitte nicht vor unserer Haustür, sondern nehmt andere Grundstücke, z. B. die Rütgersfläche. So kann man keine Stadtplanung machen, irgendwann muss eine Grundsatzentscheidung her, ob, wo und wie Buchholz wachsen soll. Diese Entscheidung kann nicht von Tausenden Bürgern getroffen werden, deshalb war für mich auch die repräsentative Auswahl von rund 50 Bürgern für die Bürgerwerkstatt richtig. Und auch die Verknüpfung von Oststadt und Ostumgehung halte ich für geboten.
Die Bürgerinitiative und ihr politischer Arm, die Buchholzer Liste um ihre Sprecher Christoph Selke und Peter Eckhoff, tun gut daran, den weiteren Prozess kritisch konstruktiv zu begleiten. Wie wäre es mit einem gemeinsam erarbeiteten, hochmodernen Stadtteil, in dem z.B. der Radverkehr eine prägende Rolle spielt? Oliver Sander

Autor:

Oliver Sander aus Buchholz

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