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Planer und Politiker 2011 bei einer Pflanzaktion am Rand  der geplanten Ostring-Trasse
  • Planer und Politiker 2011 bei einer Pflanzaktion am Rand der geplanten Ostring-Trasse
  • hochgeladen von Reinhard Schrader

Der Buchholzer Ostring: Ja oder Nein? Eine Frage ohne die ganz einfache Antwort

rs. Buchholz. Beim ersten Bürgerentscheid in der Stadtgeschichte stimmen die Buchholzer über ein Thema ab, das seit mehr als 30 Jahren ihre Stadt spaltet wie kein anderes: der Ostring.
Historie: Für die rund sechs Kilometer lange Umgehungsstraße zwischen dem Ortsausgang Seppensen und Ortseingang Vaensen liegen seit Jahren fix und fertige Pläne vor. Es ist bereits die zweite Planung, nachdem ein erster Ostring-Anlauf Mitte der 90er Jahre scheiterte. Der Landkreis schätzt die bisher angefallenen Kosten auf zwei bis 2,5 Mio. Euro. Die Gesamtkosten für den Ostring werden derzeit mit 18 bis 20 Mio. Euro angegeben. Für die aktuelle Planung werden rund 5 Hektar Fläche in Anspruch genommen. Trassenbreite: 20 Meter. Landschaftsverbrauch: 20 Hektar. Für eine Gesamtfläche von 633 Hektar ist ein Flurbereinigungsverfahren durchgeführt worden. Das heißt, durch die Straße zerschnittene Grundstücke sind sinnvoll neu aufgeteilt worden.
Kurz nach dem offiziellen Baustart für den Ostring im Herbst 2011 hat das Verwaltungsgericht Lüneburg den Bau gestoppt. Anlass waren drei Klagen, darunter die des Buchholzer Landwirtes Heinrich Behr, über dessen Flächen der Ostringzubringer "Heidekamp" führen sollte. Der Landkreis wollte den von Behr verlangten Quadratmeterpreis nicht zahlen, betrieb deshalb ein Enteignungsverfahren. Behr zog vor Gericht und obsiegte. Die Richter in Lüneburg stellten in ihrem Urteil derart gravierende Planungsmängel fest, dass sie die Gesamtplanung kassierten und sich mit den weiteren Klagen nicht mehr beschäftigten. Gegen die Entscheidung sind noch Rechtsmittel möglich. Auf Antrag des Kreises ruht das Verfahren derzeit.
Funktion: Über den Ostring soll sowohl der Verkehr aus Holm-Seppensen als auch aus den östlich von Buchholz liegenden Ortschaften zum Autobahnanschluss Dibbersen und in das Buchholzer Fachmarktzentrum an der B 75 fließen. Der Ostring wird unter zwei Bahnstrecken hindurchgeführt und mit Kreisverkehren an die Lüneburger- und Bendestorfer Straße angebunden. Bei 7.000 bis 8.000 Fahrzeugen pro Tag soll die anfängliche Auslastung liegen. Der Entlastungseffekt für die Buchholzer Innenstadt ist in der Politik und bei Experten strittig. Der Ostring ist auch vorgesehen als Erschließungsstraße für große Baulandflächen, über die die Stadt Buchholz im Osten der Stadt verfügt. Ein Teil dieser Baugebiete würde über einen Ostring-Zubringer erschlossen, der in der aktuellen Planung der Anbindung einer Kiesgrube dienen soll.
Politik: In der Frage des Ostrings ist der Buchholzer Stadtrat seit Jahr und Tag gespalten. CDU und FDP wollen die neue Ostumgehung ohne Wenn und Aber. SPD, Grüne und die überhaupt nur über dieses Thema in den Rat eingezogene Buchholzer Liste lehnen die geplante Trasse ab. Sie wollen die unbestrittenen Buchholzer Innenstadt-Verkehrsprobleme mit einem Bündel anderer Maßnahmen lösen - darunter die zweispurige Öffnung des Mühlentunnels und möglicherweise einem Ostring "light", der von der Canteleubrücke bis zum vorhandenen Nordring führen soll.
Fachleute: Stadtplaner und Verkehrsexperten wie der frühere Hamburger Stadtplaner Friedrich W. Ritzmann halten eine Ostumgehung für zwingend erforderlich, lehnen aber die vorhandene Planung als landschaftszerschneidend und überdimensioniert ab. Besonders, dass die neue Umgehung an keiner Stelle von vorhandenen Wegen gequert werden soll, sei unnötig und kontraproduktiv. Viele Wege würden so abgeschnitten, für andere sind aufwendige Brückenbauwerke geplant. Hier warnt der Experte vor hohen Folgekosten für den Steuerzahler.
Bürgerentscheid: Der Bürgerentscheid am Sonntag ist nur indirekt eine Entscheidung über die Realisierung des Ostrings. Die Buchholzer entscheiden vielmehr darüber, ob die vorhandene Planungsvereinbarung zwischen der Stadt Buchholz und dem Landkreis bestehen bleiben oder - wie vom Stadtrat bereits beschlossen - gekündigt wird. Sollte der Vertrag gekündigt werden, müsste Buchholz eine eventuelle Ostring-Alternative wesentlich aus eigenen Mitteln finanzieren.
Fazit: Die Politik erhofft sich von dem Bürgervotum eine Entscheidungshilfe. Landrat Joachim Bordt hat wiederholt betont, gegen den Willen der Buchholzer Bürger werde der Landkreis die neue Kreisstraße nicht bauen.

Autor:

Reinhard Schrader aus Buchholz

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