Welt-Sepsis-Tag am 13. September
Blutvergiftung vorbeugen – Anzeichen erkennen und handeln!
- Eine Sepsis kann weitrechende Folgen haben. Bei den ersten Anzeichen sollte sofort ein Krankenhaus aufgesucht werden
- Foto: Enginakyurt
- hochgeladen von Axel-Holger Haase
Eine Sepsis - Blutvergiftung - kann sich aus einer zunächst harmlosen Infektion entwickeln und innerhalb kurzer Zeit lebensbedrohlich werden. In Deutschland stirbt im Durschnitt alle sechs Minuten ein Mensch an einer Sepsis. Besonders ältere, pflegebedürftige oder körperlich geschwächte Menschen sind gefährdet.
Der Welt-Sepsis-Tag am 13. September macht deshalb auf eine wichtige Frage aufmerksam: Wie lassen sich Infektionen möglichst vermeiden und Warnzeichen früh erkennen?
Infektionen vermeiden beginnt im Alltag
Eine gute Hygiene gehört zu den wichtigsten Maßnahmen, um die Übertragung von Krankheitserregern zu verhindern. Besonders bei der Pflege zu Hause kommen Pflegebedürftige sowie Angehörige regelmäßig mit Körperflüssigkeiten, Wunden oder Ausscheidungen in Kontakt.
Deshalb sollte auf einige grundlegende Dinge besonders geachtet werden:
- Hände gründlich waschen und desinfizieren: Vor und nach pflegerischen Tätigkeiten sowie nach Kontakt mit Körperflüssigkeiten.
- Wunden richtig versorgen: Auch kleine Verletzungen sollten sauber gehalten und regelmäßig kontrolliert werden.
- Pflegehilfsmittel hygienisch verwenden: Handschuhe, Desinfektionsmittel und andere Verbrauchsmaterialien können dabei unterstützen, hygienisch zu arbeiten.
- Auf Veränderungen achten: Rötungen, Schwellungen, Wärme, Schmerzen oder ungewöhnlicher Ausfluss können Hinweise auf eine Infektion sein.
- Infektionen ernst nehmen: Fieber, Husten, Schmerzen beim Wasserlassen oder andere neue Beschwerden sollten beobachtet und bei Bedarf medizinisch abgeklärt werden.
Besonders wichtig: Wunden im Blick behalten
Bei pflegebedürftigen Menschen können Wunden beispielsweise durch eingeschränkte Mobilität, Druck oder eine empfindliche Haut entstehen. Gleichzeitig können Wunden Eintrittspforten für Krankheitserreger sein.
Deshalb lohnt sich ein regelmäßiger Blick auf die Haut, insbesondere an Stellen, die durch langes Sitzen oder Liegen belastet werden.
Rötungen, offene Stellen, Schwellungen oder andere Veränderungen sollten nicht einfach ignoriert werden. Eine frühzeitige Versorgung kann helfen, dass sich aus einer lokalen Infektion keine schwerwiegendere Erkrankung entwickelt.
Auch Veränderungen im Liege- und Bewegungsverhalten können wichtige Hinweise liefern. Gerade bei Menschen, die viel Zeit im Bett verbringen oder sich nur eingeschränkt bewegen können, lohnt sich eine regelmäßige Beobachtung.
Datenerhebung in Krankenhäusern
In Deutschland liegt die Zahl der sepsisbedingten Todesfälle um bis zu 20 Prozent höher als in vergleichbaren Ländern. Deshalb wurden die Leitlinien aktualisiert und Anfang des Jahres begann eine verpflichtende Datenerhebung in deutschen Krankenhäusern.
Eine Sepsis ist die schwerste Verlaufsform einer Infektion, macht anfangs oft nur unspezifische Symptome. Umso wichtiger ist es, sie gerade in der Notaufnahme früh zu erkennen.
Kampagne wurde durchgeführt
Von den jährlich 230.000 Erkrankten in Deutschland sterben nach Angaben der Kampagne #DeutschlandErkenntSepsis 85.000, also alle sechs Minuten ein Mensch, von denen wiederum nach Schätzungen 15.000 bis 20.000 Todesfälle vermeidbar wären. Viele Überlebende leiden an den Spätfolgen.
Eine Sepsis wird in der Öffentlichkeit häufig mit dem Begriff „Blutvergiftung“ gleichgesetzt. Tatsächlich ist eine Sepsis die schwerste Verlaufsform einer Infektion. Besonders gefährlich ist der sogenannte septische Schock, bei dem der Blutdruck massiv abfällt und Organe nicht mehr ausreichend durchblutet werden. Dieser kann im schlimmsten Fall zum Multiorganversagen und zum Tod führen.
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.