Metronom prallt gegen Schulbus: War der Unfall vorhersehbar?

Komplett zerstört: Der Schulbus, in dem sich die Kinder und Jugendlichen befanden
  • Komplett zerstört: Der Schulbus, in dem sich die Kinder und Jugendlichen befanden
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Metronom rammt Schulbus: Ist auf der Umleitung nur durch Glück bislang nichts passiert?

tk. Buxtehude. Glück im Unglück hatten 60 Schüler, die am Mittwochmorgen mit einem Schulbus auf einem Bahnübergang im Buxtehuder Ortsteil Hedendorf liegenblieben. In letzter Minute, bevor ein herannahender Metronom mit dem Bus zusammenstieß, konnten alle Kinder und Jugendlichen sowie die Busfahrerin den Gelenkbus der KVG verlassen.
Nach dem kollektiven Aufatmen darüber, dass es nicht zu einem Unglück unvorstellbaren Ausmaßes gekommen ist, müssen jetzt ganz nüchtern Fragen zu den Umständen des Unfalls geklärt werden. Vor allem: Warum hat der Bus ausgerechnet diese Strecke genommen?
Die Antwort findet sich in der Verkehrsplanung: Die B73 wird derzeit saniert und die Ortsdurchfahrt in Hedendorf-Neukloster ist für den Durchgangsverkehr gesperrt. Die Busse fahren unzter anderem über den Wirtschaftsweg "Am Mühlenbach". KVG-Pressesprecher Michael Fastert teilt mit, dass es eine Genehmigung für diese Umleitung von der Stadt Buxtehude und der Polizei gegeben habe. Es habe zudem eine Probefahrt gegeben. Wobei Genehmigung nicht bedeutet, dass die Busse dort fahren müssen.

Bei einem Runden Tisch, zu dem die Landesbehörde für Verkehr in Stade alle Betroffenen der B73-Baumaßnahme eingeladen hatte, darunter auch die KVG, hat das Verkehrsunternehmen diese Ausweichstrecke selbst vorgeschlagen. Das werde seit Jahren so praktiziert. Es gibt laut Landesbehördenchef Hans-Jürgen Hasse aber keine Anordnung, dass Busse diese Strecke nutzen müssen. Der Wirtschaftsweg sei lediglich per Verordnung zur Einbahnstraße während der Bauarbeiten gemacht worden. Die Landesbehörde müsse sich bei solchen Detailfragen auf die Kompetenz derer, die mit am Tisch sitzen, verlassen können.

Feuerwehrkräfte, die am Mittwoch im Einsatz waren, berichteten dem WOCHENBLATT, dass der Bahnübergang ein bekanntes Nadelöhr sei. Nur im spitzen Winkel könne ein Fahrzeug auf den Wirtschaftsweg einbiegen. Schwere landwirtschaftliche Gespanne hätten dabei schon Probleme. Eine Anwohnerin der Unglücksstelle, deren Sohn im Bus saß, hatte schon vor dem Unfall Zweifel an der Streckenführung. "Das Unglück war vorhersehbar", ist sie überzeugt. Nach unbestätigten Angaben soll zudem schon ein KVG-Bus am Montag Probleme beim Überfahren der Gleise gehabt haben. Das will der KVG-Sprecher weder bestätigen noch dementieren. Ist der Schulbusverkehr auf dieser Umleitung jahrelang nur mit viel Glück gutgegangen und jetzt kam es zur Beinahe-Katstrophe?

Mehr Fakten zu dem Unglück, den Betroffenen sowie eine Erklärung der KVG lesen Sie hier
Mehr über einen der heimlichen Helden von Hedendorf erfahren Sie hier

Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

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