Kirchenvorstand der St.-Petri-Kirche entschließt sich zum vorzeitigen Ende der Hilbert-Kunstschau
Ausstellung in Buxtehude abgebrochen: Künstler ist geschockt

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sla. Buxtehude. Die Kunstausstellung „Jesus und andere Gestalten“ sowie die Zusammenarbeit mit dem Künstler Erwin Hilbert wurde vorzeitig vom Kirchenvorstand der Buxtehuder St.-Petri-Kirche beendet. "Nach mehrstündiger Videokonferenz des Kirchenvorstandes ist man am Donnerstagabend zu diesem Entschluss gekommen", verkündete Pastor Glawion. Es wäre nicht möglich gewesen, sich mit dem Künstler auf verbindliche Regeln für die Ausstellung im Kirchraum zu verständigen. "Wir bedauern diesen Schritt sehr, aber für die weitere Zusammenarbeit fehlt die nötige Vertrauensbasis."
Die Ausstellung war vom 12. Juli bis zum 28. August in der St.-Petri-Kirche geplant - und ist zum Sommertheater in mehreren Akten entglitten. Im Verlauf der Ausstellung habe sich Hilbert mehrfach nicht an Absprachen gehalten und eigenmächtig weitere Ausstellungsstücke zu den vorher abgestimmten Werken hinzugefügt, so die Erklärung der Kirche. Mehrstündige Gespräche mit dem Künstler, in denen Pastoren und Kirchenvorsteher um ein angemessenes Verhalten und Einhaltung der Hausordnung baten, wären erfolglos geblieben.
Hilbert hatte auf Reglementierungen der Kirchenvertreter mit Kommentaren in den sozialen Netzwerken reagiert sowie mit neuen Kunstwerken wie "Der Vorstand der davor stand" oder "Falscher Ha(a)se" über den Schlüssel, der ihm von Pastor Haase abgenommen und nicht zurückgegeben wurde. Zudem warf er der Kirchengemeinde Unprofessionalität und Kleingeistigkeit vor. Schließlich beschwerten sich einige Mitarbeiter des Kirchenaufsichtsteams über verbale Angriffe durch Hilbert.
Aufgrund des enormen Besucherzulaufs zur Ausstellung und den dafür nicht ausgelegten Hygienemaßnahmen wurden die Öffnungszeiten der Ausstellung um täglich zwei Stunden reduziert. Seiner Verärgerung darüber machte Hilbert in den sozialen Medien Luft und drohte öffentlich mit dem Abbruch der Ausstellung.
Nun kam ihm die Kirche zuvor. Sie hatte genug von den Differenzen.
Über die Entscheidung zum Aus seiner Ausstellung zeigte sich Hilbert überrascht. "Ich bin geschockt, vor allem über die hinterlistige Art, mit der ein Pfarrer und der Vorstand mir begegnet sind und sich nicht über die Ausstellung einig waren", erklärte Hilbert.
"Es gab viele Missverständnisse", räumt Pastor Glawion ein. Angefangen bei der Eröffnung der Ausstellung, die nicht wie von Hilbert erwartet, als Vernissage stattfand, sondern wie in einer Kirche üblich und Corona-bedingt im laufenden Gottesdienst mit einer anschließenden Taufe, gefolgt von der ständigen Erweiterung bis zu einem Ausmaß, was bei einer Ausstellung in einer Kirche nicht üblich sei. Offensichtlich hatten die Kirchenvertreter nicht mit einem "Fluxuskünstler", wie Erwin Hilbert sich selbst bezeichnet, gerechnet, bei dem nicht das Kunstwerk, sondern die schöpferische Idee im Vordergrund steht. "Wir waren leichtgläubig und werden in Zukunft schlauer sein. Künftig treffen wir klare Vereinbarungen mit den Künstlern", so Glawion.

Autor:

Susanne Laudien aus Buxtehude

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