Im Einklang mit der Natur
Buxtehuder Kita am Wald setzt neue Maßstäbe in Nachhaltigkeit und frühkindlicher Pädagogik
- Ein Ort zum Wohlfühlen
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Mit zwei hölzernen Spielschafen, gestiftet von den am Bau beteiligten Unternehmen, wurde am Freitag, 20. Juni, ein ungewöhnlicher Meilenstein gefeiert: die offizielle Übergabe der städtischen „Kita am Wald“ in Hedendorf an die Hansestadt Buxtehude. Inmitten eines kleinen Wäldchens, auf einem früheren Sportplatz im Landschaftsschutzgebiet gelegen, wächst seit dem Herbst 2024 eine Kita heran, die in vielerlei Hinsicht aus dem Rahmen fällt – und dies ganz bewusst.
- Im Kita-Garten mit den beiden Holzschafen (stehend, v. li.): Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt, Pamela Stallkamp (stellv. Kitaleiterin), Anja Heckert (Ortsbürgermeisterin Neukloster), Krishna Saraswati und Gizem Zeyrek (beide Living Circles GmbH), Florian Kissing und Clara Droop (beide Architekten Horneburg) sowie (vorne, v. li.): Kitaleiterin Cornelia Stein und Birgit Butter (Landtagsabgeordnete und Ortsbürgermeisterin Hedendorf)
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Bereits seit September erfüllen rund 100 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren das neue Gelände mit Leben. Statt Beton und Klinker prägen fünf runde Holzjurten das Bild, verbunden durch Stege, eingerahmt von Natur. Die Kita wurde von der Living Circles GmbH entworfen und umgesetzt – ein Unternehmen, das sich auf nachhaltige Architektur im Bildungsbereich spezialisiert hat. Die Idee: Kinder sollen ihre Umwelt nicht nur beobachten, sondern in ihr aufgehen und lernen, sie zu begreifen – im Wortsinn.
Innovativ und zukunftsweisend
„Dieser Ort ist besonders, er ist innovativ und zukunftsweisend“, lobte Buxtehudes Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt während der feierlichen Übergabe. Sie bedankte sich bei Verwaltung, Politik und allen Mitwirkenden, die das Projekt mit Mut und Weitblick ermöglicht hatten. Dass dieser Mut notwendig war, betonte auch Krishna Saraswati, Geschäftsführer der Living Circles GmbH: „Wir sind alle stolz miteinander, denn wir haben viele dicke Bretter gebohrt.“
- Die Jurten mit Oberlicht haben eine besondere Architektur
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Die „Kita am Wald“ versteht sich als Lern- und Lebensort im Einklang mit der Natur. Waldtage, barfuß über Moos gehen, Lagerfeuer und Beobachtungen von Flora und Fauna gehören hier zum Alltag. Die pädagogische Idee folgt dem Grundsatz: Je mehr Sinneserfahrungen, desto mehr Lernchancen – und das bei jedem Wetter. In der Kita wird gekocht, geschnitzt, gelauscht und gebaut. Bildung geschieht im Draußen, im gemeinsamen Tun und Erleben.
Jurten sind komplett rückbaubar
Auch beim Bau der Kita wurde konsequent ökologisch gedacht. Die Jurten bestehen aus unbehandeltem Holz, sind modular errichtet und komplett rückbaubar. Auf Beton wurde verzichtet, die Dächer begrünt. Die erwartete Lebensdauer der Gebäude liegt bei rund 50 Jahren.
- Die große Gartenanlagemit Spielplatz direkt am Wald
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Die Lage im Landschaftsschutzgebiet erforderte zahlreiche Genehmigungen und Abstimmungen. Florian Kissing vom Architekturbüro Horneburg lobte das gute Zusammenspiel mit Stadtverwaltung, Forstamt und Unterer Naturschutzbehörde: „Es geht – man muss es nur wollen.“ Mit viel Fingerspitzengefühl wurde hier eine bauliche Lösung entwickelt, die sich der Natur unterordnet, statt sie zu dominieren.
Ein Name wurde an diesem Tag besonders häufig genannt: Michael Nyveld, ehemaliger Stadtrat und Motor des Projekts, der die Kita von der ersten Idee bis zur Fertigstellung begleitete. Birgit Butter, Landtagsabgeordnete und Ortsbürgermeisterin von Hedendorf, brachte es in ihrer Rede auf den Punkt: „Hier ist ein Leuchtturm im Wald entstanden.“
Tag der Architektur
Die Kita am Wald kann im Rahmen des "Tags der Architektur" der Architektenkammer Niedersachsen am Sonntag, 29. Juni, 10 bis 18 Uhr, besichtigt werden. Führungen gibt es um 10, 14 und 16 Uhr. Der Aktionstag ist eine jährlich stattfindende Veranstaltung, bei der herausragende Bauprojekte im ganzen Bundesland für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht und architektonische Qualität erlebbar gemacht wird.
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